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Keine Ethik bei den Tarifverhandlungen

Heute werden die Flugbegleiter streiken um Druck hinter ihre Forderung von 15% mehr Lohn zu bringen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: 15% – fünfzehn Prozent!

Auf der anderen Seite wird bei vielen Unternehmen Kurzarbeit angetreten und tausende, wenn nicht zehntausende fürchten auch in Deutschland um ihren Job.

In der aktuellen Situation halte ich eine abgehobene Forderung von 15% für unmoralisch. Ich sage nicht, dass die Flugbegleiter nichts fordern dürfen oder sollen, aber wie wäre es mit etwas Vernunft.

Wenn die Gewerkschaft hier Basar spielen will und bei einem eigentlichen Ziel von 5% mit 15% reingeht, dann ist das nicht nur albern, sondern beschädigt sie auch selbst.

January 28th, 2009 at 9:59 by Martin Hiegl | 1 Comment
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Aktionismus gegen die Rezession

Groß und größer werden die Forderungen an die Regierung nach einem Konjunkturprogramm. Da will der Eine Wähler gewinnen, der Andere sich nur in der Öffentlichkeit darstellen und der wieder Andere sucht den Nutzen für das eigene Unternehmen. Umfassende Gedanken über Folgen und vor allem auch Alternativen scheinen sich nur wenige zu machen. Da sollen auf Pump und Schulden, welche die nachfolgenden Generationen zu tragen haben, kurzfristige Erfolge erzielt werden – wenn überhaupt. Das gilt sowohl für’s Ausland, als auch aus Deutschland heraus.
Ich unterstütze die Haltung unserer Regierung nicht tatenlos zu sein, aber auch nicht in hektischem Aktionismus mit zweifelhaften (Er)Folgen auszubrechen. Schade aus meiner Sicht ist nur, dass sie vor der Wahl keine vollständige Reform des Steuersystems durchziehen wollen.

December 7th, 2008 at 22:16 by Martin Hiegl | No Comments
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Quote of the Day

Alfred Ritter im (Werbe-)Interview mit Spiegel Online

Wenn ein Markt nur um fünf Prozent wächst, das Unternehmen aber 25 Prozent Gewinn anstrebt, muss es diesen Profit irgendwem abnehmen. Das sind dann in der Regel: Geschäftspartner, Mitarbeiter oder Kunden.

Via Viktor – Disclosure: Ritter Sport ist meine Lieblingsschokolade – aktuell 8 Tafeln im Schrank

November 25th, 2008 at 17:36 by Martin Hiegl | 1 Comment
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Nokias Werkverlagerung profitabel?

Es kann wie bereits geschrieben sinnvoll sein auch profitable Werke zu schließen. Wenn aber die Werke so profitabel sind, dass es zumindest zweifelhaft ist, dass mit einer Versetzung Kostenvorteile entstehen, da diese auch auf anderem Weg aufgewogen werden können, so wäre eine Verlagerung nicht wirtschaftlich. Den Ärger und die Kosten, was mit einem solchen Prozess natürlich einhergeht, darf man nur auf sich nehmen, wenn mindestens mittelfristig etwas – und dabei rede ich nicht von nur ‘ner Hand voll Prozent – dabei rausspringt, alles andere wäre irrational um nicht zu sagen dumm. Normalerweise handelt der Vorstand von einem Konzern nicht dumm, sondern hat eine Strategie, welcher eine Profitmaximierung zu Grunde liegt. Es wird auf jeden Fall spannend bleiben.

January 30th, 2008 at 14:17 by Martin Hiegl | 3 Comments
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Das Unternehmermensch

Nach meinem letzten Artikel über Nokias Werkschließung, will ich hier nochmal die Kritiker ansprechen. Ich frage mich, warum viele Menschen sich selbst unternehmerisch verhalten, es dann aber bei Unternehmen nicht akzeptieren können, wenn selbige sich unternehmerisch verhalten. Viele Bürger versuchen jedes Jahr erneut bei der Steuererklärung den Staat zu bescheißen oder zumindest besonders viel Steuerrückzahlungen herauszuschlagen. Auch sonst werden Leistungen, Subventionen, des Staates wie zum Beispiel Kindergeld als selbstverständlich angenommen. Beim Einkaufen wählt man zwischen Discounter, Handelskette und Fachgeschäft nach absolut unternehmerischen Gesichtspunkten, wie Preis, Qualität und damit auch Zweck. Das Hackfleisch für’s Chili holt man beim Discounter, für den Hackbraten vermutet man bei der Handelskette die bessere Qualität und wenn die Erbtante auch noch zu Besuch kommt, dann geht man halt doch zum Metzger um die Ecke. Zu selbigen geht man auch, wenn ein toller Sauerbraten eingelegt werden soll und man auf jeden Fall ein schönes Stück Fleisch haben möchte. Wenn die Packung Gummibärchen beim Lidl teurer ist als beim Edeka, kauft man sie bei letzterem. Die Beispiele sind zugegebenermaßen etwas konstruiert, aber ich denke, dass der Punkt ganz gut rüberkommt. Also nochmal die Frage: Warum?

January 17th, 2008 at 19:11 by Martin Hiegl | 7 Comments
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Warum Nokia das Richtige tut

Vor wenigen Jahren hat ein großer REAL-Markt um die Ecke mit super Angeboten gelockt und seitdem waren wir fast immer bei diesem REAL eingekauft. Wir waren soweit auch zufrieden und waren gerne Kunden dieses Ladens. Nun hat aber ein Kaufland aufgemacht und lockt mit noch günstigeren Preisen, teilweise bei identischen Produkten. Nach dem ersten Ausprobieren, haben wir das Gefühl, dort ebensogut bedient zu werden – alllerdings billiger. Deshalb sind wir gewechselt und kaufen nun in diesem neuen Kaufland anstatt im alten REAL. Dass der mit super Angeboten, Bonuspunkten und Zeug zuvor auch in uns investiert hat, ist uns dabei ziemlich egal – wir haben das unter’m Strich mehr als zurückgezahlt. Das Kaufland ist für uns momentan die bessere Alternative. Und sollte in fünf Jahren ein neuer Laden aufmachen und uns bessere Bedingungen liefern, dann wechseln wir selbstverständlich auch. Dass der REAL nun möglicherweise zu machen muss und Angestellte entlassen muss, ist uns dabei relativ egal.

Diese kleine Geschichte stimmt natürlich nicht. Doch sie soll verdeutlichen, wie selbstverständlich die Schließung des Werkes in Bremen Bochum von Nokia für uns selbst im Kleinen wäre. Wenn Deutschland nicht die besten Bedingungen für die Produktion der Mobiltelefone bietet, so hat das Unternehmen keinen Grund hier zu bleiben – im Gegenteil. In der globalisierten Welt können viele Jobs dort erledigt werden, wo sie am Besten gemacht werden – am Besten bedeutet nicht automatisch am Billigsten. Aber wenn es nicht am Billigsten ist, muss es um soviel besser sein, wie es teurer ist.
Nun werden manche Politiker sagen, dass Nokia eine Verantwortung für die bremer bochumer Mitarbeiter hat – dem stimme ich aber nur begrenzt so. Ich unterstelle dann nämlich auch eine Verantwortung für die potentiellen rumänischen Mitarbeiter. Vielleicht sind das ja sogar mehr als in Deutschland. Wichtig ist letztendlich, dass das Unternehmen an sich selbst und damit die Allgemeinheit der Mitarbeiter denkt, und das tut, was für das Unternehmen am Besten ist. Geht es dem Unternehmen gut – und das ist kein Automatismus aus der billigsten Produktionsstätte – so haben Mitarbeiter einen Job. Ob die jetzt deutsch oder rumänisch sind, spielt nur für den Nationalismus und den Einzelnen eine Rolle. Und egal, ob sie in Deutschland blieben oder jetzt nach Rumänien gehen; es gibt einige tausend Menschen, für welche das nicht gut ist.

January 17th, 2008 at 18:17 by Martin Hiegl | 11 Comments
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Du sollst nicht begehren deines Chefs Gehalt!

Zu 95% handelt es sich bei der aktuellen Debatte um die Managergehälter um reinen Populismus und dem schüren niederer Triebe wie Neid. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle das 10. Gebot erinnern. Bei den restlichen 5% geht es um die Abfindungen, durch welche erfolglose Topmanager ihren Abschied in Deutschland versüßt wird.
Zuerst nochmal zu dem Populismus: wenn Firmen im Wettbewerb um die besten Topmanager stehen, so müssen sie bereit sein, entsprechende Gehälter zu zahlen. Das lässt sich sehr simpel mit der Fußballerwirtschaft vergleichen, bei welcher die Topkicker mit hohen Ablösesummen aus ihren Verträgen gekauft und mit ebenfalls hohen Gehältern zu Clubs wie Barca, Madrid oder Manu gelockt werden. Dort hält sich die Aufregung darüber in Grenzen, weil dem Betrachter gleich klar ist, warum so viel gezahlt wird. Natürlich gibt es Gehälter, die unanständig wirken. Ich plädiere dementsprechend dafür, dass Unternehmen von vornherein die Managergehälter erfolgsabhängig gestalten. Wenn man so erfolgreich ist wie Wendelin Wiedeking kommen am Ende natürlich auch wieder sehr hohe Summen zu Stande. Auf jeden Fall ist es nichts, wo die Politik eingreifen sollte oder könnte, sondern eine Entscheidung der Unternehmen.
Bei den hier in Deutschland – ich betone das extra – üblichen Abfindungen sieht die Sache wieder gänzlich anders aus. Wenn ein Manager versagt und das Unternehmen schlecht dasteht, gibt es keinen Grund ihm hohe Abfindungen zu zahlen, welche dann auch noch steuerlich abgesetzt und somit zu einem Teil auf alle Deutschen abgewälzt werden. Bei letzterem kann die Politik eingreifen und das Steuerrecht entsprechend anpassen. Die Abfindungen selber werden häufig von vornherein im Vertrag mit den Managern festgelegt und sind somit eigentlich ein Teil der Mittel, mit welchen man die Person locken will. Dass dies nicht besonders sinnvoll ist, sollten die Unternehmen inzwischen begriffen haben, aber solange man hier vermeintliche Topmanager haben will, wird es wohl weiterhin notwendig sein, so etwas anzubieten.
Das hat IMHO damit zu tun, dass in Deutschland eine starke Versorgungskultur herrscht, welche eben nicht nur die unteren 10% betrifft, sondern auch die oberen. Während es in den USA allgemein verwurzelt ist, dass man das bekommt, was man sich erarbeitet hat, wird in Deutschland erwartet, dass man immer Geld bekommt. Vielen dieser oberen 10% ist das wohl gar nicht bewusst, dass sie genau das selbe Verhalten an den Tag legen, wie die unteren, welchen sie es vorwerfen.
Die 10% sind symbolisch gemeint und auch die Verallgemeinerungen treffen natürlich nicht zu. Ich denke es war damit aber verständlicher auf was ich hinaus wollte.

December 10th, 2007 at 10:00 by Martin Hiegl | 2 Comments
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Mindestlohn

Nochmal etwas zum Mindestlohn. Ich bin der Überzeugung, dass dieser gnadenlos überschätzt wird. Sowohl von Arbeitgeber-, als auch von Gewerkschaftsseite. Dass allerdings ein so hoher Mindestlohn wie 9,80 Euro Jobs kostet und eine riesen Markteintrittsbarriere bildet, sollte alle Seiten klar sein. Ich hätte kein Problem mit einem generellen Mindestlohn in Deutschland. Konkret würde ich ihn am Arbeitslosengeld II orientieren bzw. binden.
Der Regelsatz des ALG2 beträgt aktuell 347 Euro und der Richtwert für die Bruttowarmmiete in Berlin 360 Euro (Quelle: Wikipedia) – das macht zusammen 707 Euro für eine alleinstehende Person. Wenn man nun sagt, dass eine Anstellung einen Menschen besser stellen muss als die Arbeitslosigkeit, setzen wir einfach 10% drauf und kommen so bei 771 Euro raus – netto! Wenn man von einer 38-Stundenwoche ausgeht, und einen Monat nimmt, der voll ist, so haben wir 152 Arbeitsstunden im Monat. Das heißt es sollte einen Mindestlohn von 5 Euro netto geben. Zur Bruttorechnung hab ich mal den Brutto-Netto-Rechner von Spiegel verwendet, welcher mir als Brutto-Arbeitslohn 988 Euro pro Monat auswirft. Das wären mit oben angesetzter Stundenzahl genau 6,5 Euro pro Stunde Mindestlohn. Meiner Einschätzung nach würden auch die FDP und die CDU bei diesem Mindestlohn mitmachen. Aber die Gewerkschaften meinen wahrscheinlich wieder, dass das zu wenig ist. Das Ifo-Institut meint übrigens, dass bei diesem Mindestlohn 465.000 Jobs verloren gehen würden – halte ich für weit übertrieben und das würde den Staat wohl auch nicht mehr Kosten, als bei etlichen mehr Jobs Geld zu zu schießen um auf Hartz4-Niveau zu kommen. Was niemand in der Diskussion vergessen sollte, ist die Einzigartigkeit der deutschen Ausgangslage mit seinem starken sozialen Netz – deshalb sind Vergleiche mit anderen Ländern immer unter Vorbehalt zu genießen.

December 5th, 2007 at 9:38 by Martin Hiegl | No Comments
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Wirtschaftsstatistiken von 2006

In Anlehnung an die Statistik von letztem Jahr:

Gewerbeanmeldungen: 881 791   -1,5%
Gewerbeabmeldungen: 710 181   +0,3%
Insolvenzen: 30 357   -17,6%

Quelle: Statistisches Bundesamt
Die Gewerbeanmeldungen sind 2006 leicht zurück gegangen, die Abmeldungen blieben quasi gleich und das Beste: die Insolvenzen sind stark zurück gegangen.

December 4th, 2007 at 21:54 by Martin Hiegl | No Comments
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Mindestlohn kostet Arbeitsplätze

Jetzt ist es soweit: PIN, ein privater Wettbwerber der deutschen Post kündigt an mindestens 1000 Mitarbeiter zu entlassen und TNT und Hermes legen ihre Pläne für einen neuen Wettbwerber, der für nächstes Jahr geplant war, auf Eis. Seit langem warnen Wirtschaftsexperten vor dem Mindestlohn und prophezeien Entlassungen und Arbeitslosigkeit. Die 1000 PIN-Mitarbeiter, welche es trifft dürfen sich bei der SPD und der Gewerkschaft bedanken, welche sie lieber als Hartz4-Empfänger wie als Niedriglohn-Empfänger sehen. Sowas ist also sozial? Der abgeschlossene Tarifvertrag, welcher da ins Entsendegesetz aufgenommen wird, ist reiner Protektionismus der Post und ein Schutz ihrer Monopolstellung. Die Post, welche ebenso wie die Bahn, noch etliche Beamte beschäftigt und eine Menge Geld vom Staat bekommt, sah sich schon dem Druck von Wettbewerb ausgesetzt und kann sich nun entspannt zurücklehnen – man kann es sich weiterhin leisten teuer und unzuverlässig zu sein.
Wenn es Menschen gibt, welche für weniger Geld arbeiten wollen – was ist daran bitte so falsch? Wieder mal wäre es sinnvoll sich mit der negativen Einkommenssteuer auseinanderzusetzen …

December 4th, 2007 at 14:44 by Martin Hiegl | 4 Comments
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