Vor wenigen Jahren hat ein großer REAL-Markt um die Ecke mit super Angeboten gelockt und seitdem waren wir fast immer bei diesem REAL eingekauft. Wir waren soweit auch zufrieden und waren gerne Kunden dieses Ladens. Nun hat aber ein Kaufland aufgemacht und lockt mit noch günstigeren Preisen, teilweise bei identischen Produkten. Nach dem ersten Ausprobieren, haben wir das Gefühl, dort ebensogut bedient zu werden – alllerdings billiger. Deshalb sind wir gewechselt und kaufen nun in diesem neuen Kaufland anstatt im alten REAL. Dass der mit super Angeboten, Bonuspunkten und Zeug zuvor auch in uns investiert hat, ist uns dabei ziemlich egal – wir haben das unter’m Strich mehr als zurückgezahlt. Das Kaufland ist für uns momentan die bessere Alternative. Und sollte in fünf Jahren ein neuer Laden aufmachen und uns bessere Bedingungen liefern, dann wechseln wir selbstverständlich auch. Dass der REAL nun möglicherweise zu machen muss und Angestellte entlassen muss, ist uns dabei relativ egal.
Diese kleine Geschichte stimmt natürlich nicht. Doch sie soll verdeutlichen, wie selbstverständlich die Schließung des Werkes in Bremen Bochum von Nokia für uns selbst im Kleinen wäre. Wenn Deutschland nicht die besten Bedingungen für die Produktion der Mobiltelefone bietet, so hat das Unternehmen keinen Grund hier zu bleiben – im Gegenteil. In der globalisierten Welt können viele Jobs dort erledigt werden, wo sie am Besten gemacht werden – am Besten bedeutet nicht automatisch am Billigsten. Aber wenn es nicht am Billigsten ist, muss es um soviel besser sein, wie es teurer ist.
Nun werden manche Politiker sagen, dass Nokia eine Verantwortung für die bremer bochumer Mitarbeiter hat – dem stimme ich aber nur begrenzt so. Ich unterstelle dann nämlich auch eine Verantwortung für die potentiellen rumänischen Mitarbeiter. Vielleicht sind das ja sogar mehr als in Deutschland. Wichtig ist letztendlich, dass das Unternehmen an sich selbst und damit die Allgemeinheit der Mitarbeiter denkt, und das tut, was für das Unternehmen am Besten ist. Geht es dem Unternehmen gut – und das ist kein Automatismus aus der billigsten Produktionsstätte – so haben Mitarbeiter einen Job. Ob die jetzt deutsch oder rumänisch sind, spielt nur für den Nationalismus und den Einzelnen eine Rolle. Und egal, ob sie in Deutschland blieben oder jetzt nach Rumänien gehen; es gibt einige tausend Menschen, für welche das nicht gut ist.