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Die Kundunz-Kampagne

Eigentlich dachte ich, ich müsste nichts mehr zur Kunduz-Affäre schreiben, aber wenn SpOn so frech lügt

[...] Die Handlungen von Klein und seinen Offizieren, so der Befund, “verhinderte in der Folge eine frühzeitige und möglichst objektive Information der militärischen und politischen Entscheidungsträger in Deutschland, aller beteiligten Isaf-Nationen, der Medien und der Öffentlichkeit”. [...]

Tatsächlich bezieht sich der Bericht mit dem korrekten direkten Zitat darauf, dass das On-Scene-BDA sehr spät war und der Ereignisort bis dahin deutlich verändert wurde. Das indirekte Zitat des Artikels ist gelogen, wie jeder selbst im auf Wikileaks veröffentlichten Dokument nachlesen kann.

Weiter stückelt SpOn hier einen Artikel zusammen, der in sich widersprüchlich ist. Auf der einen Seite zitieren sie Schneiderhan, wie er in der Zeit zugibt, dass Guttenberg nicht alle Dokumente vorgelegt worden sind und auf der anderen Seite stellen sie es weiter so dar, als ob es noch die zweite Version der Geschichte gäbe, dass der Verteidigungsminister alles bekommen hätte. Schneiderhan dagegen stört sich nur an dem Begriff “vorenthalten”, weil er meint, dass damit eine Absicht,  ein Vorsatz ausgedrückt sei, denn es nicht gegeben habe. Nun, wenn es kein Vorsatz war, dann war es Schlamperei – auch nicht besser und ein guter Grund für seinen Rücktritt. Wobei das für mich auch noch eine offene Frage ist – hat er nun um seine Entlassung gebeten (=Rücktritt) oder nicht?

December 16th, 2009 at 14:41 by Martin Hiegl | No Comments
Posted in Politik und Gesellschaft · Tags: Afghanistan, Artikel, Krieg, Kunduz, Schneiderhan, SpOn

Mangelnder Respekt vor Polizei

Im obrigkeitshörigen Deutschland hat man ein Problem: Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte nennt sich das euphemistisch. Ein amerikanischer Polizist würde sich bei den Zuständen, die hier vielfach zu herrschen scheinen scheckig lachen. Meiner Meinung nach ging der Respekt nicht verloren, weil die Polizei mit zu wenig Verständnis auf die Bürger zu geht, sondern genau aus dem gegenteiligen Grund. Wenn ich im Artikel bei SpOn zum Thema lese, dass die Polizei in die Luft schoß, obwohl Waffen (die nicht als unecht zu erkennen waren) auf sie gerichtet wurden, so bleibt mir nur das Kopfschütteln. Als ausführender Arm des staatlichen Gewaltmonopols kann man sich nicht herumschubsen lassen, sondern muss sich den entsprechenden Respekt verschaffen. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei nennt

gescheiterte Integration, vernachlässigte Erziehung, berufliche Perspektivlosigkeit

als Ursache für solches Verhalten. Das mag alles mit zu diesen Zuständen geführt haben, aber Ursache letztendlich ist der mangelnde Respekt vor dem Staat und der Polizei und diesen muss die Polizei sich wieder erarbeiten.

January 6th, 2009 at 19:08 by Martin Hiegl | 2 Comments
Posted in Politik und Gesellschaft · Tags: Artikel, Polizei, Respekt, SpOn

Quote of the day

Ein guter europäischer Manager folgt eher langfristigeren Zielen, ist unternehmerischer, weniger finanzorientiert. Er ist stärker in seinem sozialen Umfeld verankert und diskutiert Veränderungen im Unternehmen intensiver mit den Angestellten. Der Umgang mit anderen Kulturen fällt ihm oft leichter.

Burkhard Schwenker, Chef von Roland Berger, im Spiegel-Interview.

August 8th, 2008 at 9:20 by Martin Hiegl | No Comments
Posted in Quote of the day · Tags: SpOn, Zitat

Der Klapprechner

Im Artikel zu den Gewinnern im Wettbewerb der besten eingewanderten Worte schreibt Spiegel Online, als Ergänzung zum Gewinner des Jugendwettbewerbs

Sandro Plonka, 15 Jahre, Vogtsburg, hat einen Klapprechner im Wert von 1000 Euro gewonnen

Ich finde Laptop oder zur Not auch Notebook nun wirklich kein schlechtes eingewandertes Wort, auf jeden Fall ist es wesentlich besser als eine verzwungene Konstruktion wie Klapprechner.

April 25th, 2008 at 22:36 by Martin Hiegl | No Comments
Posted in Netzwelt und Kultur · Tags: Deutsch, SpOn, Sprache

Alles Hitler, oder was?

Henryk M Broder versucht auf SpOn das Verhältnis “der Deutschen” zu Hitler zu erklären. Ganz abgesehen davon, dass ich über solche Schubladen nur lächeln kann (“die Deutschen”, “die Juden”, “die Whatever”), ist es eine skurrile Idee, die er da hat. Er meint, dass “die Deutschen” nach dem zweiten Weltkrieg glimpflich davon gekommen seien und in “jedem Deutschen” heute die Angst vor, ja der Wunsch nach, einer späten Bestrafung verankert sei – vererbte “Bestrafungserwartung” nennt er das. Damit will er dann “den Deutschen” an sich erklären, seine Neurosen und seine ewige Aufarbeitung des dritten Reiches im Allgemeinen und Hitlers im Speziellen. Letztendliche diene diese dazu, sich selbst in eine Opferposition zu setzen. (Trotz eines Satzes, in welchem er von anderen Opfern spricht, gibt der Artikel (und andere von ihm zuvor) mir das Gefühl, dass es für ihn nur ein “wirkliches” Opfer des dritten Reiches gibt.)
Er prophezeit, dass das noch einige Jahrhunderte so ginge, aber ich halte entgegen, dass er zu sehr auf die eigene Generation fixiert ist. Er meint, dass die Welt “den Deutschen” verziehen habe und doch ihn straft sein eigener Artikel Lügen. Er und viele andere seiner Generation haben Niemandem verziehen und werden es auch nicht – zumindest nicht im Bauch. Aus meiner Sicht lebt aber auch bald Niemand mehr, dem man verzeihen müsste oder überhaupt könnte. Auch auf der anderen Seite gibt es immer weniger, die tatsächlich “das Recht haben” zu verzeihen, auch wenn das Manche anders sehen mögen. Mir kann und muss niemand verzeihen und ich erwarte auch von niemandem Verzeihung und so geht es wie gesagt einem großen Teil meiner Generation. Ich bin bezüglich des dritten Reiches absolut schuldfrei und weder erwarte ich, noch befürchte ich, noch möchte ich eine Bestrafung für etwas, bei dem ich nicht die kleinste Rolle spielte.
Dazu passend sehe ich die heutige Bundesrepublik nur in folgender Verantwortung: zu erinnern und dafür zu sorgen, dass soetwas (damit meine ich sehr allgemein schon die Unterdrückung von Minderheiten und Menschenfeindlichkeit und schließe alle Extreme davon ein) nicht mehr möglich ist – hier und woanders auf der Welt.

March 19th, 2008 at 20:32 by Martin Hiegl | 4 Comments
Posted in Politik und Gesellschaft · Tags: Artikel, Broder, Deutschland, Hitler, Kritik, Nazi, SpOn

Klosterleben als Ablenkung?

SpOn hat einen Artikel veröffentlicht, in welchem der Autor über seinen kurzen Aufenthalt in der Erzabtei Beuron schreibt. Ich habe einen Onkel, welcher Pater in diesem Kloster ist, und war so schon selbst häufiger unten. Der Autor verließ das Kloster ohne Erleuchtung und genau so verlasse ich auch seinen Artikel. Es drängt sich die Frage auf “Ja und?”. Da scheint jemand, der nicht an Gott glaubt, aber vielmehr auch gar nicht daran interessiert ist, überrascht zu sein, dass er nicht mit einem Donnerschlag und Blitzen bekehrt wurde. Tja, so funktioniert das nicht – bei keiner Religion. Nur wer wirklich Erleuchtung sucht, hat überhaupt die Chance sie zu finden. Ein Abschnitt wie der folgende

Ablenkung gibt es in den monumentalen Räumen und Hallen kaum. Die Mehrzahl der Mönche ist wenig gesprächig. Die Zellen sind mit Bett, Tisch, Stuhl und Schrank einfachst eingerichtet. Eigene Toilette, eigenes Bad? Fehlanzeige. Zu essen gibt es Hausmannskost, getrunken wird Apfelsaft oder Wasser. Am Sonntag gibt es Bier, für jeden genau eine Flasche.

macht die Suche nach “Erleuchtung” seinerseits unglaubwürdig. Er war wohl eher auf der Suche nach Ablenkung von seiner Krankheit – die hätte er da eher in Las Vegas gefunden.

January 6th, 2008 at 13:08 by Martin Hiegl | No Comments
Posted in Uncategorized · Tags: Artikel, Beuron, Glaube, Gott, Kloster, SpOn

Immer weniger traditionelle Familien

SpOn zitiert das Statistische Bundesamt mit ihrem neuesten Mikrozensus, der die Umwandlung der Gesellschaftsstruktur erneut verdeutlicht. Mit traditioneller Familie werden verheiratete Eltern mit mindestens einem Kind bezeichnet. Dies scheint ein Auslaufmodell zu sein. Über das warum und wieso will ich gar nicht diskutieren. Mich interessieren eher die Folgen und dementsprechend warum man diese Entwicklung fördern sollte oder gegensteuern. Familien mit nicht verheirateten Eltern unterscheiden sich sicherlich nicht so stark von den traditionellen, als dass man dort irgendwelche Folgen beobachten könnte. Schwieriger für die Kinder halte ich vor allem, wenn sie allein erzogen werden. Das ist aber eine Entwicklung, die auch bei negativen Folgen für die Kinder, gesetzlich nicht gestoppt werden kann, da es sich zumindest bei Trennungsfällen um eine persönliche Entscheidung der Eltern handelt, welche der Staat respektieren muss. Aus diesem Grund halte ich weitere Debatten darüber, wie man die Entwicklung stoppen kann für relativ zwecklos. Wie seht ihr das?

November 28th, 2007 at 16:48 by Martin Hiegl | 3 Comments
Posted in Uncategorized · Tags: Entwicklung, Familie, Kommentar, SpOn, Statistik, Statistisches Bundesamt

Leseempfehlung: Dem Putin dienen

Ich stimme nicht immer mit seinen Positionen überein, empfinde ihn häufig als arrogant und besserwisserisch und dennoch gehört er definitiv zu meinen Lieblingskommentatoren: Henryk M Broder. In seinem aktuellen Kommentar auf SpOn spricht er über unseren Ex-Bundeskanzler: Dem Putin dienen. Treffend zusammengetragen, analysiert und bewertet – eine absolute Leseempfehlung

November 21st, 2007 at 13:27 by Martin Hiegl | No Comments
Posted in Politik und Gesellschaft · Tags: Broder, Kommentar, Politik, Russland, Schröder, SpOn