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Die kognitive Dissonanz der Blog-Leser

Als ich die länge des Podcastes sah, den Roland mit Robert und J.Martin aufgenommen hat, wollte ich zuerst abbrechen. Doch da ich Roland vor anderthalb Jahren in Hamburg als sehr interessanten Menschen kennen und sofort schätzen gelernt habe und auch Robert immer gern lese und höre obwohl ich öfters anderer Meinung bin, habe ich mir es anders überlegt. Zum Glück – ich bin schon lange keiner so interessanten Diskussion gefolgt.

Zwar hat Robert schon in anderen Interviews und in seinem Blog deutlich gesagt, warum er basicthinking verkauft, doch dieses Gesprächs-Format bietet natürlich deutlich mehr Tiefe und durch den Diskurs auch vielleicht die Möglichkeit die Beweggründe besser zu verstehen. Nach Hören des Gesprächs scheint mir die Langweile mit der eingespielten Situation, das reine “Managen” des Blogs zumindest unterbewusst nicht (allein) der Kern gewesen zu sein – aber das ist natürlich auch nur meine Interpretation. In der zweiten Hälfte geht es dann mehr in eine Diskussion über Twitter über, die nicht weniger interessant ist. Im Folgenden werde ich meine Gedanken und Kommentare zu dem Kernpunkt des Gespräches geben, wie ich ihn empfunden habe:

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January 8th, 2009 at 23:50 by Martin Hiegl | 1 Comment
Posted in Netzwelt und Kultur · Tags: basicthinking, Interview, kognitive Dissonanz, Kommentar, Robert Basic, Werbeblogger

BND macht seinen Job

Das Geschrei darüber, dass der BND die afghanische Regierung und in diesem Zuge auch die Korrespondenz mit einer deutschen Journalistin überwacht hat, ist groß. Aber vielleicht sollte man kurz innehalten und sich vergegenwärtigen, was die Aufgabe des deutschen Ausland-Nachrichtendienstes ist. Wenn ich das richtig verstehe, ist das auch nur deshalb an die Öffentlichkeit gelangt, weil der BND sich bei der Journalistin entschuldigt hat, was in meinen Augen ein Fehler war.
Es mag sein, dass der BND die Emails der Journalistin sofort aus der eigenen Datenhaltung hätte löschen müssen, wovon ich allerdings auch nicht überzeugt bin, aber das bei der Überwachung von ausländischen Ministern so etwas passieren kann, ist doch klar. Die Journalistin war ja nicht das Ziel, sondern hat halt zur falschen Zeit eine Email an die falsche Person verschickt – bad luck.
Falls jetzt noch jemand meint, dass der BND die Afghanen ja gar nicht überwachen sollte, so muss ich auch da widersprechen. Es gibt gute Gründe die afghanische Regierung zu überwachen, nicht zuletzt wegen unseren Soldaten die dort drüben ihre Pflicht tun und den vielen Millionen die wir jährlich überweisen.

April 27th, 2008 at 13:32 by Martin Hiegl | 5 Comments
Posted in Politik und Gesellschaft · Tags: BND, Deutschland, Geheimdienst, Kommentar, Nachrichtendienst

Kindeswohl vs Status bei der Bildung

Der aktuelle Artikel auf sueddeutsche.de zum G8 und der Reakion der “nervösen Mittelschicht” ist eine Offenbahrung. Ich bin mir nicht sicher ob die Autorin bewusst subtil eine Gesellschaftskritik untergebracht hat oder ich das nur so herauslese. Es wird von einer Mutter erzählt, welche “beruflich auf eigenen Beinen” steht (Doppelname, Ärztin, stark engagiert (Grüne, Bürgerstiftung, Gesamtelternbeiratsvorsitz Landshut, Bayrischer Elternverband, Kunstverein, Elternschule)) und deren drei Töchter bereits das Gymnasium besuchen, während ihr Sohn noch in der zweiten Klasse ist. Den Anspruch, dass er später auch auf’s Gymnasium soll, klingt als selbstverständlich und wie im letzten Abschnitt zu lesen ist, will die Mutter selbst dafür sorgen, dass seine noch bestehenden Schreibschwierigkeiten dafür bis dahin “ausgebügelt” sind. Gesellschaftlicher Absturz bedeutet laut Artikel für die deutsche Mittelschicht, dass die Kinder keine Hochschulreife bekommen, keine Akademiker werden. Welche Mittelschicht ist das? Die der Frau Doktorin? Das ist doch lächerlich, daraus spricht doch die reine Arroganz gegenüber Nicht-Abiturienten. Nicht auszudenken, wenn eines der vier Kinder das Abitur nicht machen würde – ein Skandal …
Dieses Jahr werden wohl über 40% der Viertklässler in BW auf’s Gymnasium wechseln und dann wundern sich manche Eltern, dass ihre Kinder mit dem Gymnasium überfordert sind? Das ist doch absurd. Wir haben kein Einheitsbildungssystem und es sind auch nicht alle Kinder gleich (begabt). Es soll nicht jeder Abitur machen können, denn das würde nicht eine Verbesserung der allgemeinen Bildung, sondern eine Verschlechterung bedeuten, da das allgemeine Niveau sinken müsste (was es auch schon ist) um immer mehr zur Hochschulreife zu peitschen.
Es geht nur noch um Status, denn mit dem Wohl des Kindes (aktuell und in der Zukunft) hat das nichts zu tun. Auch mit einer mittleren Reife kann man eine Karriere machen und hat eine Bildungsbasis auf die man aufbauen kann. Liebe Eltern, denkt mal weniger an euch und euer Statusbewusstsein, sondern mehr an das, was für eure Kinder wirklich richtig und gut ist.

April 12th, 2008 at 0:35 by Martin Hiegl | 1 Comment
Posted in Politik und Gesellschaft · Tags: Bildung, Gymasium, Kommentar, Sueddeutsche

Die Degradierung des Steuerbetrugs

Nachdem die letzten Artikel beide relativ kurz waren, möchte ich hier jetzt einen Ausführlichen Kommentar zu den Reaktionen auf den Steuerskandal geben. Besonders unsere beiden großen Parteien geben hierbei sehr viel Stuss von sich. So wird zum Einen vor einer Gefahr für unsere Marktwirtschaft gewarnt und zum Anderen härtere Strafen für Steuersünder gefordert. Beides absoluter Blödsinn.
Steuerbetrug ist kein Problem der (sozialen) Marktwirtschaft, sondern der Politik, der Steuerpolitik. Da war die CDU im letzten Bundestagswahlkampf sehr mutig und setze sich das Kirchhof’sche Steuersystem ins Programm. Dann ließ sie von der SPD rund machen und verlor die sicher geglaubte Wahl fast noch. Heute fordert die SPD durch ihren Boss ein neues und vereinfachtes Steuersystem. Man könnte meinen, dass müsste jetzt die Stunde für die glorreiche Rückkehr von Friedrich Merz (Steuererklärung auf einem Bierdeckel) sein – wird es leider wohl nicht.
Wenn man die heutig möglichen Höchststrafen für Steuerhinterziehung anschaut, dann stellt man fast, dass Steuerbetrüger heute schon doppelt so hart (in Jahren) bestraft werden können wie Diebe oder Betrüger. Damit hat der Gesetzgeber in meinen Augen festgeschrieben, dass der Betrug an ihm schlimmer ist als der Betrug an jemand anderes.
Alles in allem geht es bei diesen Äußerungen wohl vor allem um den Wahkampf in Hamburg. Haben wir nicht zuletzt gelernt, dass die Auswahl eines Themas für den Wahlkampf eine Degradierung desselbigen bedeute?

February 17th, 2008 at 0:03 by Martin Hiegl | 2 Comments
Posted in Politik und Gesellschaft · Tags: Kommentar, Reaktionen, Steuer, Steuerhinterziehung

Anmerkung am Rande …

Noch ist Zumwinkel unschuldig und die meisten Medien halten sich auch an diesen Sachverhalt. Eine Vorverurteilung Zumwinkels, sowie einer ganzen Schublade, in welche er eingeordnet wird, ist verantwortungslos und falsch.

February 15th, 2008 at 16:03 by Martin Hiegl | No Comments
Posted in Politik und Gesellschaft · Tags: Aktuell, Kommentar, Steuer, Steuerhinterziehung, Zumwinkel

Subventionsungerechtigkeit

Claus Hulverscheidt trifft den Nagel in seinem Kommentar auf sueddeutsche.de auf den Kopf und schlägt in dennoch krumm ins Holz. Die Entscheidung des Bundesfinanzhofes zu befürworten und auch die gleiche Entscheidung vom Bundesverfassungsgerichts zu erwarten, bedeutet nicht, dass man ein Anhänger einer Subvention ist. Es bedeutet nur gegen eine Subventionsungerechtigkeit zu sein. Ich erwarte von der Politik, dass sie die Pendlerpauschale ganz streicht und dafür dann allgemein die Steuern senkt. Damit wäre ein kleiner Schritt in Richtung Vereinfachung der Steuer getan und alle würden gleich behandelt.

January 23rd, 2008 at 15:53 by Martin Hiegl | 24 Comments
Posted in Uncategorized · Tags: Claus Hulverscheidt, Kommentar, Pendlerpauschale, Recht, Steuer, Sueddeutsche

Verteilungsgerechtigkeit vs Zufriedenheit

Ein Kommentar von mir bei Spreeblick:

Ich glaube nicht, dass Verteilungsgerechtigkeit ein Kriterium für eine friedliche Gesellschaft ist. Ich halte eher die Zufriedenheit bfür entscheident. Wenn es allen ziemlich gut geht, ist den Meisten egal, dass es manchen exorbitant besser geht – es geht einem selbst ja gut. Sobald es einem ziemlich gut geht und man nicht zufrieden ist, sondern mit den anderen hadert, denen es exorbitant besser geht, handelt es sich nur noch um Neid und Missgunst.

January 6th, 2008 at 17:24 by Martin Hiegl | No Comments
Posted in Uncategorized · Tags: Ich, Kommentar, Spreeblick

Versorgungsmentalität

Für mich ein Wort des Jahrzehnts. Ich kann mich schon gar nicht mehr darüber aufregen, sondern nur noch resigniert den Kopf schütteln, wenn ich Sätze, wie den von Bundesverbraucherminister Horst Seehofer höre:

Politik muss darauf hinwirken, dass es in Deutschland eine gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung gibt.

Seit Jahrzehnten wird dem Deutschen inzwischen eingetrichtert, dass man nicht seines eigenes Glückes Schmied ist, sondern vom Staat versorgt werden muss. Dass der Staat dafür Sorge tragen muss, dass es dem Einzelnen gut geht und es “gerecht” zugeht. Aber Gerechtigkeit ist doch nicht, wenn jeder das Gleiche bekommt. Gerechtigkeit ist, wenn jeder bekommt, was er sich erarbeitet, was er “verdient”.
Die Aufspaltung der Gesellschaft in die “kleinen Leute” und die da oben geht voll und ganz auf das Konto der Politik, welche Neid anstatt Bewunderung schürt. Ich bewundere Menschen wie Wiedeking oder Ackermann für das was sie erreicht haben und dass sie es ganz nach oben geschafft haben. Ich kann selbst einen Claassen dafür bewundern, wie geschickt er verhandelt hat um – nach erfolgreicher Tätigkeit – mit solch einer Abfindung zu gehen. Sie haben sich ihren Erfolg erarbeitet und nicht darauf gewartet, dass der Staat ihn ihnen bringt.
Ich fordere deshalb mehr Selbstversorgungsmentalität und erinnere wieder an das 10. Gebot.

December 13th, 2007 at 9:07 by Martin Hiegl | 13 Comments
Posted in Politik und Gesellschaft · Tags: Deutschland, Kommentar, Netzwelt und Kultur, Politik

Und wieder grüßt das Grantltier …

Heribert Prantl schreibt in seinem aktuellen Anti-Merkel-Kommentar auf der Seite der Süddeutschen Zeitung von Schokohohlformen, welche zu gegebenem Festtag passend umwickelt werden. Dieses Bild will er auch auf Angela Merkel und die CDU münzen, wobei ihm gar nicht auffällt, wie gut es zu ihm selber passt. Keine zwei Wochen ist es her, dass er quasi den selben Inhalt mit anderen Worten umwickelt hat, mit welchem er zwar eine etwas andere Note bekommt, aber doch das Selbe drinsteckt. Als Ressortleiter der Innenpolitik bei der Süddeutschen, sollte es GPrantl doch kein Problem bereiten dafür zu sorgen, dass er eine statische Seite für seine Meinung bekommt und auf der dann mit ein paar Bulletpoints die Eckpunkte festzuhalten. Damit könnte er sich einiges an Zeit sparen und Platz für interessantere Kommentare machen, welche auch neue Aspekte beleuchten und weitere Meinungen aufzeigen.

December 2nd, 2007 at 20:51 by Martin Hiegl | No Comments
Posted in Politik und Gesellschaft · Tags: Heribert Prantl, Kommentar, Kritik, Sueddeutsche

Immer weniger traditionelle Familien

SpOn zitiert das Statistische Bundesamt mit ihrem neuesten Mikrozensus, der die Umwandlung der Gesellschaftsstruktur erneut verdeutlicht. Mit traditioneller Familie werden verheiratete Eltern mit mindestens einem Kind bezeichnet. Dies scheint ein Auslaufmodell zu sein. Über das warum und wieso will ich gar nicht diskutieren. Mich interessieren eher die Folgen und dementsprechend warum man diese Entwicklung fördern sollte oder gegensteuern. Familien mit nicht verheirateten Eltern unterscheiden sich sicherlich nicht so stark von den traditionellen, als dass man dort irgendwelche Folgen beobachten könnte. Schwieriger für die Kinder halte ich vor allem, wenn sie allein erzogen werden. Das ist aber eine Entwicklung, die auch bei negativen Folgen für die Kinder, gesetzlich nicht gestoppt werden kann, da es sich zumindest bei Trennungsfällen um eine persönliche Entscheidung der Eltern handelt, welche der Staat respektieren muss. Aus diesem Grund halte ich weitere Debatten darüber, wie man die Entwicklung stoppen kann für relativ zwecklos. Wie seht ihr das?

November 28th, 2007 at 16:48 by Martin Hiegl | 3 Comments
Posted in Uncategorized · Tags: Entwicklung, Familie, Kommentar, SpOn, Statistik, Statistisches Bundesamt

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