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HartzIV auf Rattenjagd

Meine Mutter hat mir gerne erzählt, wie sie in der Jugend beim Bauern Rattenschwänze abgeben konnten und dafür bare Münze sahen. Glücklicherweise kannten Sie auch den Ort, wo der Bauer anschließend die Schwänze entsorgte, so dass der Profit sich noch vergrößern ließ.

Aus der Berliner FDP kommt nun ein sehr kontroverser Vorschlag in diese Richtung: HartzIV-Empfänger sollen sich mit der Rattenjagd ein Zubrot verdienen können, vergleichbar wie es einige mit Pfandflaschensammeln bereits tun. In einigen Kreisen ist der Aufschrei natürlich groß. Dabei ist vor allem von “menschenverachtend” die Rede. Ich kann diese Urteile nicht verstehen – aus meiner Sicht ist es eher “menschenverachtend”, wenn man arbeitslosen Menschen die Gelegenheit zusätzliches Geld zu verdienen nicht gibt. Seit wann ist außerdem die Rattenjagd “menschenverachtend”?

So sehe ich den Vorschlag eher aus marktwirtschaftlicher Sicht angreifbar: wir haben einen Wirtschaftszweig, der sich mit der Ungezieferjagd beschäftigt: die Kammerjäger. Anstatt die dort Angestellten ebenfalls arbeitslos zu machen, sollte man diese für die Aufgabe buchen.

Natürlich ist es sinnvoll eine Gegenleistung für die staatliche Unterstützung zu verlangen und diese dann auch zu fördern. Dafür wurde ja das Konzept der 1-Euro-Jobs geschaffen. Diese muss aber in einem Bereich erfolgen, der sich nicht in die existierende Wirtschaft einmischt und dort andere Arbeitsplätze ersetzt. Das funktioniert leider nur selten.

December 16th, 2008 at 14:03 by Martin Hiegl | No Comments
Posted in Politik und Gesellschaft · Tags: Berlin, FDP, HartzIV, Politik