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Juristisch korrekt beschimpfen

Das geht so:

Ich würde nie behaupten, dass Thomas Osterkorn und Andreas Petzold, die Chefredakteure des „Stern”, zynische Arschlöcher seien. Aber nett wie ich bin, wollte ich ihnen die Bezeichnung zumindest mal zur Selbsterkenntnis angeboten haben.

March 27th, 2009 at 16:14 by Martin Hiegl | 4 Comments
Posted in Vermischtes · Tags: Journalismus, Niggemeier, Recht, Zitat

Audivisuelles Upgrade

Ich habe schon seit langem vor endlich in das Flachbild-Lager zu wechseln und meine Röhrenmöhre abzulösen. Vor dem Umzug wollte ich es dann aber doch nicht mehr machen.

Gestern war ich bei EP Hämmerle um einen Technisat HD S2 Plus zu kaufen und dachte das sei eine gute Gelegenheit sich gleich bezüglich eines Fernsehers beraten zu lassen. Durch Selbstinformation in den vielen Foren – u.a. hifi-forum – hatte ich mich zuerst Richtung Sony 40Z4500 orientiert und mit der neuen Generation jetzt Richtung Sony 37W5500.

Der Verkäufer gestern meinte, dass er natürlich mir auch Sony besorgen könne, aber sie üblicherweise selbige nicht verkaufen. Gegen die Geräte sei zwar nichts einzuwenden, aber wenn mal etwas passiere, sei das mit dem Service ein Theater. Sie würden vor allem zu Loewe (is klar), Pioneer und Philips raten.

Ok, also fragte ich ihn, was er mir bei letzteren beiden vorschlagen würde. Als ich auf Rückfrage sagte, dass ich es nicht eilig habe mit einem Kauf, riet er mir aber noch ein paar Wochen zu warten, da auch diese Hersteller aktuell ihre Palette erneuern.

Also warte ich nun und werde mich wohl – nach erneuter Konsultation des allwissenden Webs – für einen Philips 37 PFL 9604 entscheiden. Wenn dieser beim Hämmerle nur ca 10% teurer ist als bei Amazon, werde ich ihn auch dort kaufen. Das ist mir die Beratung und der Service auf jeden Fall wert!

March 26th, 2009 at 11:57 by Martin Hiegl | 4 Comments
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Der Bärendienst der Kondome in Afrika

Zuersteinmal die Grundlagen:

Dem AIDS in Afrika soll mit einer ABC genannten Initiative begegnet werden. A für Abstinence until marriage, B für Being faithful und C für condoms. Wenn dieser Plan wirklich von der Bevölkerung umgesetzt werden würde, so sind sich im Prinzip alle einig, könnte die Epidemie stark eingedämmt werden. Das kann natürlich nicht von heute auf morgen passieren, sondern bedeutet ein bis zwei Generationen, da HIV nicht heilbar ist.

Die katholische Kirche hat den Standpunkt, dass allein mit A und B dem HIV begegnet werden kann. Zu A gehört dabei auch der Sex/Geschlechtsverkehr nur bewusst zur Zeugung von Kindern. Diese Haltung hat sie nicht nur in Afrika, sondern überall, da aus ihrer Sicht Abtreibung (und Kondome) eine Tötung von werdendem Leben darstellen. Mit A und B sei beides nicht notwendig: ohne Geschlechtsverkehr keine Übertragung von HIV. Diese Argumentation ist meiner Meinung nach absolut schlüssig – wenn auch nicht unbedingt realistisch, aber das ist das Christentum an sich in unserer Gesellschaft leider nicht.

Nun die aktuellen Ereignisse:

Der Papst hat gestern gesagt, dass Kondome, also das C des ABC-Plans, die Situation in Afrika verschlimmern würden. Auch wenn der Widerspruch sehr laut ist, hat er leider nicht unrecht mit seiner Aussage. Um das nachvollziehen zu können, muss man sich mit dem (Miss-)Erfolg der ABC-Strategie beschäftigen. Laut den Medienberichten darüber sind vor allem Kondome akzeptiert, ohne dass eine Verhaltensänderung, wie sie A&B erfordern, stattfindet. Das ist leider viel zu verständlich. Ein Kondom überzuziehen ist natürlich deutlich einfacher, als abstinent und treu zu sein. Es herrsche die Meinung, dass Kondome A&B ersetzen/nicht notwendig machen, da sie eine Übertragung ja verhindern. Damit tragen Kondome bzw. deren Glorifizierung als alleinseligmachende Lösung des Problems tatsächlich zur Verschlimmerung der Situation bei, denn mit ihnen allein kann der Epidemie nicht begegnet werden. Es wird eine falsche Sicherheit geschaffen – das schadet dem Kampf gegen AIDS im Gesamtkontext.

March 18th, 2009 at 20:18 by Martin Hiegl | 2 Comments
Posted in Politik und Gesellschaft · Tags: Afrika, AIDS, HIV, Katholische Kirche, Kondome, Papst

Lalalalass dich nicht verar…

Ich laufe über die Straße und hinter mir hält ein Sixt-Mietwagen der kleinen Tranporterklasse. Fragt der Beifahrer mich durchs Fenster, ob ich Boxen haben will. Sie hätten 20 Boxen-Paare von ihrem Chef in Hamburg mitbekommen und sollten die nun beim Kunden installieren, der aber nur 18 Paare braucht oder so in der Art – zugegebenermaßen hab ich die Story nicht ganz geblickt. Die Dinger seien 4000 USD wert und für einen guten Deal würden sie sie mir geben, meinte er und sprang schon aus dem Wagen um mir die Dinger zu zeigen.

Ich bin überzeugt davon, dass es sich hierbei um Diebesgut handelt und hab natürlich abgewunken. Hab es mal der Polizei gemeldet. Hätte mir vielleicht die Autonummer merken sollen – aber so etwas fällt einem natürlich auch erst immer später ein.

March 17th, 2009 at 13:55 by Martin Hiegl | 3 Comments
Posted in Leben und Blog · Tags: Hehlerei, Polizei, Stuttgart

110309 – Winnenden

Die gestrigen Ereignisse hinterlassen bei mir Entsetzen, Trauer und natürlich auch Ratlosigkeit., der ich mit den folgenden drei Fragen versuche etwas zu begegnen.

Die erste Frage geht immer nach dem “Warum”. Warum er das getan hat, kann nur vermutet werden und da werden einige Psychologen nun sicher länger dran arbeiten. Bei uns Christen geht es weiter warum Gott dies zugelassen, nicht verhindert hat. Oder atheistisch formuliert: Wenn es einen Gott gäbe, hätte er dies doch verhindern müssen! Die Antwort auf diese Frage ist wenigstens relativ einfach: Weil er uns den freien Willen gab. Der Gedanke ans Fegefeuer ist leider nicht wirklich tröstend.

Die zweite Frage ist dann, wie es verhindert hätte werden können. Ich kenne die Antwort darauf nicht, weiß aber sicher, dass weder ein General-Verbot von Schusswaffen noch ein General-Verbot von Computerspielen mit Gewaltinhalt wirklich etwas geändert hätten. Die aktuellen Gesetze sind in beider Hinsicht mehr als ausreichend. Ein Gesetz kann mit Leichtigkeit gebrochen werden und wurde ja auch hier.

Die dritte Frage ist der zweiten ganz ähnlich und blickt in die Zukunft: was nun? Darauf gibt es viele Antworten. Das wichtigste sind präventive Maßnahmen, wie sie nach Erfurt schon ergriffen wurden und nun weiter fortgeführt und ausgebaut werden müssen.

March 12th, 2009 at 16:36 by Martin Hiegl | 1 Comment
Posted in Politik und Gesellschaft · Tags: Amoklauf, Fragen, Winnenden

Channelinsider: IBMs PC-Sparten Verkauf mit Grund

Channelinsider schreibt über die Schwierigkeiten, in denen Lenovo aktuell weltweit ist. Dabei scheinen sie etwas überrascht:

So zeigt sich im Nachhinein, dass IBM seine auf Geschäftskunden fokussierte Notebook-Produktion damals (2004) wohl nicht ohne Grund loswerden wollte.

Da haben die also die ganze Zeit gedacht, IBM hätte das nur so aus Spaß an der Freude verkauft. Und nun scheint es tatsächlich handfeste Gründe gegeben zu haben. Unglaublich!

March 12th, 2009 at 16:12 by Martin Hiegl | No Comments
Posted in Recht und Wirtschaft · Tags: Artikel, Channelinsider, IBM, Lenovo, Thinkpad

War die DDR ein Unrechtsstaat

Bodo Ramelow wird für Antworten in einem Interview mit der Südthüringer Zeitung kritisiert. Dabei wollte er zum einen die DDR nicht als Unrechtsstaat bezeichnen und zum anderen zweifelt er daran, dass es einen tatsächlichen Schießbefehl an der DDR-Grenze gab. Ich bin alles andere als ein Freund der Linken, oder wie auch immer die SED sich aktuell bezeichnet, aber tatsächlich würde ich ihn für diese Aussagen nicht kritisieren.

Ich bin überzeugt davon, dass es einen mindestens verbalen Schießbefehl gab, aber so lange keine Beweise gefunden wurden, muss akzeptiert und respektiert werden, dass es Menschen gibt, die das bezweifeln. An Indizien, wie den vielen Toten, darf gezweifelt werden, es sind keine Beweise.

Die DDR muss auch nicht in jedem Fall als Unrechtsstaat bezeichnet werden. Es gab auf der einen Seite Gesetze und es gab sogar Gesetze, welche im BGB nicht schlechter ausgesehen hätten. Dass der Staat auf der anderen Seite trotzdem kein Rechtsstaat in unserem Verständnis war und Unrecht geschah, macht Unrechtsstaat nicht zu einem existenten Wort. Es ist ein Neologismus, welcher der (vor allem populistischen) Klassifizierung dient und damit sicherlich in manchen Zusammenhängen nützlich ist, aber ebenso muss man akzeptieren, wenn manche ihn nicht verallgemeindernd auf die DDR anwenden möchten.

February 26th, 2009 at 23:23 by Martin Hiegl | 4 Comments
Posted in Politik und Gesellschaft · Tags: DDR, Interview, Ramelow

Danke BVG

Eigentlich bin ich ein Gegner der Pendlerpauschale (- ich bin Volksmund). Aber gut erzogen wie ich bin, möchte ich mich trotzdem für das nette Geldgeschenk bedanken: danke Bundesverfassungsgericht!

February 20th, 2009 at 9:46 by Martin Hiegl | 1 Comment
Posted in Politik und Gesellschaft · Tags: BVG, Ich, Pendlerpauschale, Steuer

Mein Vorschlag: negative Einkommenssteuer

Ich schlage folgendes Konzept (hier jetzt nur auf alleinstehende Person bezogen) für eine Einführung der negativen Einkommenssteuer ein und orientiere mich dabei offensichtlich an der Abgeltungssteuer (allerdings bezogen auf den Monat und nicht auf’s Jahr):

Freibetrag 801 Euro

Positiver Steuersatz 25% (+ ggf. Soli und Kirchensteuer)

Negativer Steuersatz 50%

Ausnahmen: keine

Der Vorschlag bildet nur einen ersten Schritt für den Austausch des aktuellen Steuersystems dar und soll noch keine Lohnnebenkosten oder ähnliches berücksichtigen. Damit könnte das Steuersystem aber schon erheblich vereinfacht werden.

Aktuelle Arbeitslosengeld II Empfänger würden 400,50 Euro anstatt 351 Euro bekommen. Ich würde das nicht bedingungslos machen, aber zumindest vereinfachen. Wir haben mit der negativen Einkommensteuer zwar einen deutlichen Anreiz, aber ich halte den nicht für ausreichend. Dabei geht es mir darum, dass jeder Bürger aus meiner Sicht die Verpflichtung hat nach Möglichkeit a) sich selbst zu  versorgen und b) an der wirtschaftlichen Leistungserbringung zum Wohle des Landes zu beteiligen.

Der Grundfreibetrag läge bei einem Jahreseinkommen von ganzen 9.612 Euro und bei einem (ungefähren) Durchschnittseinkommen von 30.000 Euro läge der Steuersatz bei 17,92%. Der Grenzsteuersatz läge ca. bei 26,38% – wobei diese aber vollständig gezahlt werden müssten, da es keine Ausnahmen gäbe.

Ich halte die Zahlen für realistisch, doch ist das Konzept ja prinzipiell offen für beliebige andere Sätze wie z.B. 30% als positiven Steuersatz.

February 17th, 2009 at 10:33 by Martin Hiegl | 2 Comments
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Wider des bedingungslosen Grundeinkommens

Oli hat das bedingungslose Grundeinkommen für sich entdeckt und wirbt für eine entsprechende Petition. Dabei nimmt er als Basis einen ausführlichen und doch plump einseitigen Werbefilm.

Der empfohlene Film arbeitet mit dem plakativen Schüren von Ängsten. So wird zum Beispiel der Ersatz der menschlichen Arbeitskraft durch maschinelle Arbeitskraft als realgewordenes Horrorszenario vorgestellt. Auf der anderen Seite ignoriert er die aktuelle Realität eines Grundeinkommens namens Arbeitslosengeld II, wodurch eben der geforderte Ausgleich entsteht für Menschen ohne Arbeit. Der Haken: es ist nicht bedingungslos und fordert die Geförderten.

Ich sehe unter anderem folgende Probleme beim Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens:

1. Umsetzbarkeit

Eine Systemänderung ist in einem geschlossenen System relativ einfach herbeizuführen. Tatsächlich sind wir aber schon lange nicht mehr in einem geschlossenen System. Durch unsere tiefe besonders wirtschaftliche Integration in die Europäische Union sind wir sogar Bestandteil eines weit größeren Systems, welches unsere Veränderung ebenfalls gewisse Grenzen setzt. Ich glaube daher nicht, dass sich das bedingungslose Grundeinkommen in Deutschland oder einzelnen anderen Ländern der EU so einführen ließe, sondern höchstens als paneuropäisches System.

2. Verantwortung

Wenn jeder ein Grundeinkommen bedingungslos bekommt, so bekommt der Einzelne nicht nur eine enorme Freiheit, sondern auch Verantwortung. Vor allem die Verantwortung damit für sich selbst zu sorgen. Viele würden mit dieser Verantwortung nicht umgehen können. Da wird dann alles versoffen und sich weiter verschuldet. Spielt ja alles keine Rolle, das Geld fließt weiter.

Und irgendwann tritt ein Fall ein, in welchem das System vor der Wahl steht den Menschen wirklich im Stich zu lassen oder ihn weiterhin aufzufangen und damit sich selbst ad absurdum zu führen – dann würde das bedingungslose Grundeinkommen nur zu einer weiteren unnötigen Bürokratieschicht mit einem weiteren sozialen Netz unter sich.

3. Motivation

Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde zwar im ersten Schritt tatsächlich finanzierbar sein und dann doch den Staat in die Krise führen. Das hat damit zu tun, dass durch die mangelnden Anreize sich an der wirtschaftlichen Leistungserbringung zu beteiligen, die Wirtschaft stark gebremst werden würde und so die Leistungsfähigkeit des gesamten Landes zusammenfallen würde. Eine Rezession wie sie aktuell nicht vorstellbar ist, stände bevor und würde das Land umso mehr lähmen und in einen Teufelskreis führen.

Wer Arbeit nur als Mittel zur Einkommenserwerb versteht, verkennt die volkswirtschaftliche Bedeutung. Diese Komponente bzw. Entwicklung wird auch in den Modellrechnungen zum bedingungslosen Grundeinkommen vergessen wird. Dabei wird mindestens ein weiteres Bestehen des Status Quo der Wirtschaftskapazität unterstellt.

Ich präferiere das sozialliberalere und weniger radikale Urspungskonzept des bedingungslosen Grundeinkommen: die negative Einkommenssteuer.

Bezüglich der Trennung von Arbeit und Einkommen, halte ich es mit der Regel 12 aus den Ferengi Rules of Acquisition:

Anything worth doing is worth doing for money.

Und wenn niemand bereit ist dafür zu zahlen, ist es nicht “worth doing”.

February 16th, 2009 at 14:02 by Martin Hiegl | 8 Comments
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