17.08.2007, 10:08 Uhr
Heute habe ich zwei ziemlich konträre Positionen gelesen, zuerst eine Evolutionskritik in der Stuttgarter Zeitung, über welche ich bloggen wollte, und dann hat Udo Vetter mich zu ein Interview in der Süddeutschen Zeitung geführt. Darin behauptet ein Biologe, dass es keinen freien Willen gibt, bzw. der Mensch eben diesen nicht hat.
Im ersten Artikel ist Rolf Spinnler der Meinung, dass man zwar nicht unbedingt die wörtliche Schöpfungsgeschichte der Bibel im Biologieunterricht behandeln muss, allerdings die kritische Betrachtung der Evolutiontheorie als ebenso metaphysische Vorstellung wichtig sei. Besonders hebt er dabei den Geist hervor, welcher zwar biologische Grundlagen habe, aber “zugleich mehr als die Summe seiner Entstehungsbedingungen” sei. Diesen qualitativen Sprung erkläre eine Evolutionstheorie nicht, dafür aber eine Schöpfungsgeschichte:
Sie führt dieses “Mehr” auf einen Akt grundloser Freiheit zurück, zu dem wir fähig sind, weil wir uns selbst einem nicht mehr ableitbaren göttlichen Schöpfungsakt verdanken.
Abgeschlossen wird seine Argumentation mit einem philosophisch-moralischen Standpunkt, welcher dem Leben ohne Schöpfung jeglichen Sinn abspricht und zugleich auch jeglicher Verantwortung.
Genau das Gegenteil meint Franz Wuketits im SZ-Interview. Er behauptet, dass alles, sprich auch der Geist, auf komplizierten, neuronalen, biologischen Prozessen im Hirn beruht, welche durch die Evolution entstanden sind. Dabei haben wir uns zudem die Illusion des freien Willens gegeben. Dies käme durch den Erklärungsnotstand, welcher uns von anderen Organismen unterscheide. Um diesen zu befriedigen würden immer wieder Illusionen aufgebaut, welche zwar nicht zutreffend aber zufriedenstellend sein müssten. Er bestreitet auch einen Notwendigkeit des freien Willens für die Moral (Verantwortung), da diese nur die Summe der Selbstregulationsmechanismen unserer Gesellschaften sei. Schuld und Sühne wären damit überholt. Allerdings glaubt er, dass unsere Gesellschaft noch nicht reif für diesen nächsten Schritt der Selbsterkenntnis sei. Rolf Spinnler ist es auf jeden Fall nicht.
Update: Weitere Kommentare zum Artikel von Rolf Spinnler:
12.08.2007, 10:31 Uhr
Die DDR war kein soziales, sondern ein menschenverachtendes System:
Zögern Sie nicht mit der Anwendung der Schusswaffe, auch dann nicht, wenn die Grenzdurchbrüche mit Frauen und Kindern erfolgen, was sich die Verräter schon oft zunutze gemacht haben.
09.08.2007, 14:33 Uhr
Da hat das baden-württembergische Ministerium für Ländlichen Raum doch tatsächlich angwiesen, dass bei einer organisierte Veranstaltungen (k.A. wo die Grenzen sind) auf Wanderwegen in staatlichen Wäldern eine Waldwegenutzungsgebühr von 5 Cent pro Person pro Kilometer erhoben werden. Der Kronauer Reservistenverein sollte deshalb nach einem Volkswandertag im Juli 1.130 Euro bezahlen. Nach etlichen Protesten wurde die Verordnung zwar größtenteils (aber nicht ganz!) zurückgenommen. Als ich das hörte, musste ich mir schon an die Stirn langen.
Bald wird dann wohl eine Luftgebühr erhoben, welcher für jeden Atemzug bezahlt werden muss. Furzen, Lachen, Rölpsen und ähnliches Unanständiges kostet dann extra, so dass man zum Lachen besser wirklich in den Keller geht. Als Sportler bekommt man vielleicht Kombiluftpakete und vor sexueller Aktivität muss die Sonderbelastung der deutschen Luft angemeldet werden. Brave new World?
05.08.2007, 2:11 Uhr
Während die Entführung von ausländischen Zivilisten in Afghanistan zum Volkssport mutieren zu scheint, fordert die Grünen-Oberste Claudia Roth im ZDF-Sommerinterview, dass mehr Zivilsten nach Afghanistan gehen:
“Wir brauchen eine zivile Großoffensive.”
Klar, sonst könnte es ja passieren, dass den Taliban die Zivilisten zum entführen ausgehen und das wäre doch richtig gemein von uns kuffär.
26.07.2007, 14:53 Uhr
Der Niederländer Jan Koerts hat zugegeben während seiner aktiven Karriere gedeopt zu haben. Laut SpOn hat er allerdings anders wie die meisten anderen Geständigen nicht Betroffenheit, Reue und ähnliches geheuchelt, sondern ganz klar gesagt, was Sache ist, als er danach gefragt wurde:
Nein, das tue ich nicht. An einem bestimmten Moment deiner Laufbahn kommst du an einen Punkt, wo du dich entscheiden musst. Entweder du betrachtest deine Karriere als gescheitert, oder du machst mit. Ich habe mich fürs Mitmachen entschieden.
19.07.2007, 9:49 Uhr
Popkulturjunkie Jens Schröder hat es auf den Punkt gebracht:
Man sollte ihn aus dem olympischen Programm nehmen, den Weltradsportverband in ein freies Unternehmen umwandeln, Doping freigeben und ihn künftig als Show-Event à la Wrestling behandeln - nicht mehr als Sport. Sauber wird man die Radrennen nie wieder bekommen.
Das wird sicher bei immer mehr Sportarten der Fall werden, aber wenn sie nicht sauber sind, dann hat das nichts mehr mit Sport zu tun - Show ist da der richtige Begriff.
18.07.2007, 13:38 Uhr
Endlich ist mal jemand so konsequent und macht dem traurigen Spiel ein Ende - ARD und ZDF steigen vorläufig aus. Ich hatte es so erhofft, dass sie den Schritt gehen werden, aber nicht wirklich daran geglaubt. Das Ausland lacht sich zwar schlapp über die Deutsche und ihren Gerechtigkeitssinn, aber ich seh das genau andersrum. Ich lache mich schlapp über all die Fans, die sich da verarschen lassen. Ich werde nichts vermissen.
08.07.2007, 22:55 Uhr
Eigentlich müssten wir Wolfgang Schäuble wegen der Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens, §83 StGB, anzeigen, da wir uns ansonsten der Nichtanzeige geplanter Straftaten, §138 StGB, schuldig machen. Ist zufällig ein Leser befähigt da etwas aufzusetzen?
08.07.2007, 22:24 Uhr
tagesschau.de zitiert indirekt Ronald Pofalla in seiner Reaktion auf Schäubles Ansinnen den Rechtsstaat abzuschaffen und damit das 4. Reich zu erschaffen.
Sich durch ideologische Vorgaben das Denken zu verbieten, sei grob fahrlässig.
Der Rechtsstaat als Ideologie, dass muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Und das Grundgesetz ist für den guten Pofalla also nur eine ideologische Vorgabe, denn dieses gibt uns diese Schranke für unser Denken vor. Diese von Schäuble beabsichtigten Änderungen müssten um seine Pläne verfassungsgemäß zu machen, sowohl Artikel 1 (Menschenwürde - Recht auf Leben), als auch Artikel 20 (Rechtsstaat - Gewaltenteilung u.w.) verändern. Das ist dank Artikel 79 Abs. 3 nicht möglich (Ewigkeitsklausel) und würde uns, wenn es trotzdem versucht werden würde, auch zum (unbeschränkten) Widerstand berechtigen.
07.07.2007, 16:30 Uhr
Ja, dreht der Mann den nun völlig durch? Warum schreitet da niemand ein? Auf tagesschau.de wird berichtet, dass er vorschlägt die gezielte Tötung eines Menschen durch den Staat wieder einzuführen, auch wenn keine unmittelbare Gefahr droht (Notwehr). Da müsse zur Not müsse halt eine Rechtsgrundlage geschaffen, sprich die Verfassung dazu geändert werden.
Auch wenn eine bestimmte gezielte Tötung meiner Überzeugung nach für Deutschland gerade das Beste wäre, bin ich absolut dagegen. Niemand hat das Recht einem anderen Menschen sein Leben zu nehmen. Schäuble scheut nicht davor zurück sich auf eine Stufe mit Mördern und Attentätern zu begeben und sich so selbst zu Deutschlands Terrorist Nummer 1 zu machen.
Ich bin mir sicher, dass Schäuble vor ca. 65 einen ausgezeichneten SS- oder Gestapo-Offizier gegeben hätte. Er sollte zur Sicherheit bei Gelegenheit mal auf das aktuelle Datum schau’n und sich daran erinnern, dass man sich heute zum Gruße die rechte Hand gibt und sie nicht hebt.
Frau Merkel, erinnern Sie sich noch an Ihre jüngeren Jahren? In diesem Land im Osten, das es heute nicht mehr gibt? Jetzt beantragen Sie doch endlich die Entlassung von diesem paranoiden Verfassungsfeind, der eigentlich unser oberster Verfassungsschützer sein sollte. Oder wollen Sie eine Reise in die Vergangenheit? Bei Schäuble hört diese aber nicht schon mit 20,30 Jahren auf!