21.11.2007, 13:27 Uhr
Ich stimme nicht immer mit seinen Positionen überein, empfinde ihn häufig als arrogant und besserwisserisch und dennoch gehört er definitiv zu meinen Lieblingskommentatoren: Henryk M Broder. In seinem aktuellen Kommentar auf SpOn spricht er über unseren Ex-Bundeskanzler: Dem Putin dienen. Treffend zusammengetragen, analysiert und bewertet - eine absolute Leseempfehlung
20.11.2007, 9:38 Uhr
Wenn Gerhard Schröder Geld sieht, dann scheint sein Hirn auszusetzen. Das war früher so und ist nun auch nach seiner Kanzlerschaft so. Aus diesem Grund nun auch seine neuerlichen Attacken gegen Angela Merkel. Vor Kurzem kritisierte er in China, von dessen Außenministerium er laut Spiegel seit kurzem als Berater angestellt sei, ihre kritische Außenpolitik, in welcher sie Dinge wie Rechtstaatlichkeit, Umwelt und Menschenrechte thematisiert und sogar den Dalai Lama empfängt (Presseschau dazu in der Zeit), anstatt ausschließlich danach zu streben die deutsche Wirtschaft in China zu positionieren. Zu ihrer überfälligen Korrektur der deutschen Chinapolitik hat Henrik Bork in der Süddeutschen Zeitung einen sehr guten Kommentar geschrieben. Und am Wochenende war wieder Russland bei Schröder das Thema. Da vergaß Russen-Gerd angesichts des Gas und der möglichen Investitionen durch Gasprom, russischer Staatskonzern und auch eine Art Arbeitgeber von Schröder, in Deutschland, dass Menschenrechte, Demokratie und ähnliche Kinkerlitzchen ebenfalls wichtig sind und war Angela Merkel vor, dass sie auf Grund ihrer DDR-Biographie sich von negativen Emotionen gegenüber Russland leiten ließe, anstatt von Rationalität. Da muss man eigentlich zurück fragen, von welcher Rationalität der gute Herr Schröder da spricht und ob seine Blindheit gegenüber allem anderen, wenn es um Wirtschaft/Geld geht, nicht viel mehr ein Problem seiner Biographie ist.
28.10.2007, 20:20 Uhr
Vor über 20 Jahren hat die SPD beschlossen, dass sie für ein Tempolimit von 100 Stundenkilometern auf den deutschen Autobahnen eintritt. Auf ihrem aktuellen Parteitag in Hamburg ist den Rotsocken wohl in den Sinn gekommen, dass das doch ein bisschen langsam ist und selbst beim großen Feindbild USA teilweise schneller gefahren werden darf. Also hat man sich nun auf ein Tempolimit von 130 km/h geeinigt, für welches man nun stehen will. Dass es mit der Realpolitik nichts zu tun hat, ist dabei zweitrangig.
30.09.2007, 20:37 Uhr
Es gibt keine Beweise, welche mich dazu berechtigten könnten die Frage im Titel mit “Ja” beantworten. Ich bin allerdings der Meinung, dass Paolo Bettini genauso gedopt war wie die vielen überführten Sieger von Radrennen in den letzten Jahren. Wie gesagt, gibt es dafür keine Beweise und dank des rechtsstaatlichen Grundsatzes “in dubio pro reo” gilt er solange als ungedopt, bis ihm das Gegenteil bewiesen wird. Aber zum Glück gibt es im Rechtsstaat auch eine Meinungsfreiheit, durch welche ich meine persönliche Meinung, die da wäre, dass Doping im Radsport immernoch so gewöhnlich ist wie das Hackfleisch in der Bolognesesoße und kein Sieg sauber ist, vertreten und äußern darf. Auch wenn der gute Herr Bettini mit wilden Klagedrohungen um sich wirft.
Schande über Stuttgart, dass sie selbst nach der diesjährigen Tour de France nicht die Notbremse gezogen haben und weiter der Vision von weltweitem Ruhm als Wendepunkt im Radsport nachhingen. Um Helmut Schmidt zu zitieren: “Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen!”
24.09.2007, 18:09 Uhr
Ich sag dazu nur “Ha, ha!”.
17.09.2007, 20:32 Uhr
Ich verstehe die Aufregung um Verteidigungsminister Jungs Äußerungen bezüglich des Flugzeugsabschusses nicht. Ist doch völlig klar, wie sowas ablaufen würde. Der Verteidigungsminister (ganz egal, wer es zu diesem Zeitpunkt wäre, auch egal, welche Farbe er trüge) würde auf jeden Fall den Abschuss befehlen. Manche Piloten würden die Ausführung des Befehls verweigern, ohne dass dies weitere Konsequenten für sie hätte - deutsche Bundeswehrsoldaten können das und haben so etwas bereits mehrmals gemacht (z.B. ein Tornadopilot der nach Afghanistan sollte). Es würden sich zwei Piloten finden, welche bereit sind den Befehl auszuführen. Sie würden die Maschine abschießen und - wir gehen jetzt mal vom besten Fall aus - ihre Trümmer fliegen in die Äcker auf dem Boden. Die Piloten würden eine Untersuchung bekommen und von allem frei gesprochen werden. Der Verteidigungsminister würde (vermutlich) seinen Hut nehmen, seine Immunität würde vom Parlament aufgehoben und er müsste vor’s Gericht. Dort würde er zwar verurteilt eine Straftat begangen zu haben aber wegen den Umständen (nenn es “übergesetzlicher Notstand”, Gretchen) trotzdem straffrei bleiben. So ist das Leben.
06.09.2007, 14:15 Uhr
Es ist unglaublich - heise online zitiert Günther Beckstein:
Weiter machte sich der designierte bayerische Innenminister dafür stark, “Topgefährder” in einer “kleinen, gut zu überwachenden Kommune” zu internieren und ihnen ein “Internet- und Handyverbot” aufzuerlegen.
Das gab es doch schonmal - vor bald 70 Jahren wurden die damals als “Topgefährder” bezeichnete Minderheit in “kleine[], gut zu überwachende[] Kommune[n]” gesperrt - man nannte sie Judenghettos. Wie die weitere Vorgehensweise aussieht, kann man auch aus den Geschichtsbüchern entnehmen: nach und nach werden die Ghettos wieder aufgelöst und die Bewohner “Topgefährder” werden einfach eliminiert. Ist viel billiger und man muss sich auch weniger Sorgen machen. Anschließend gibt es dann halt wieder Prozesse in Nürnberg und dann dauert es wieder 70 Jahre bis zum nächsten Ghetto. History repeats itself- Geschichte wiederholt sich.
via Sixtus
30.08.2007, 19:55 Uhr
Ich gelte bei den Menschen, welche mich kennen als eher konservativ, um so radikaler wird der Artikel hier auf diese wirken. Ich könnte mir eine Abschaffung der Bundeswehr vorstellen.
Wozu braucht Deutschland heute eine Armee? Deutschland ist in einigen Bündnissen und ist damit Verpflichtungen eingegangen. Dazu gehören zum Beispiel die NATO, die UN und die EU. Das sind aber alles keine Aufgaben, bei welchen Deutschland selbst die Bundeswehr benötigt, welche ja auch nicht einfach so in Deutschland selbst eingesetzt werden darf. Dabei argumentieren viele auch mit der Unterstützung der zivilen Kräfte bei Naturkatastrophen und der Polizei, welche häufig nicht ausreichend ausgerüstet und ausgebildet ist. Doch muss man dafür einen solch teuren Apparat unterhalten? Fast 30 Milliarden Euro sind im Haushalt 2007 für die Verteidigung geplant. Diese 30 Milliarden wären besser in Steuersenkungen und das Bildungssystem investiert. Der Trend ist klar - in Zukunft soll die Bundeswehr mit ca. 250.000 Soldaten nur noch halb so groß sein wie zu Zeiten des Kalten Krieges. Auch die derzeitige Debatte um die Wehrpflicht, welche inzwischen zur Wehrlotterie wurde, zeigt, wie sehr sich die deutsche Armee verändert hat. Ich bin überzeugt davon, dass es nächstes Jahr zur Abschaffung der Wehrpflicht in ihrer jetzigen Form kommt.
Und ich bin sogar für eine Abschaffung der gesamten Bundeswehr als solche. Um weiterhin den Verpflichtungen nachzukommen, könnte ich mir als Kompromiss eine europäische (Berufs-)Armee vorstellen, welche wesentlich kleiner, dabei günstiger und besser ausgestattet, sowie ausgebildet sein könnte, wie wenn einfach alle Armeen der EU-Länder zusammengeführt würden. Diese Armee müsste sich dann vor dem Europäischen Parlament verantworten und würde nicht mehr von den einzelnen Regierungen jeweils kontrolliert. Das wäre für mich ein wichtiger Schritt in Richtung Weltfrieden.
27.08.2007, 9:39 Uhr
Ich verstehe die Brandstiftungen in Griechenland nicht ganz. Kann mir mal jemand erklären, was diese Feuer wem bringen?