01.03.2007, 14:01 Uhr
Was spricht eigentlich für ein anonymes Internet? Mir fällt im Moment kein Grund ein, warum ich im Internet anonym auftreten möchte, wenn nicht um illegale Dinge zu betreiben. In meinen Augen hat die Anonymität des Internets quasi nur noch negative Seiten für die Nutzer. Spam, Online-Betrug und Trolle sind dafür das beste Beispiel. Schon 2004 wurde die Greater Internet Fuckwad Theory entwickelt - sie besagt:
Normal Person + Anonymity + Audience = Total Fuckwad
Ich gehe davon aus, dass sich das Internet in dieser Hinsicht grundsätzlich verändern wird. In den nächsten 10 Jahren wird Identität zu einem zentralen Punkt werden und die meisten Dienste werden sich nicht mehr anonym nutzen lassen. Auch die Nutzer werden ihre Ansichten in diesem Punkt grundsätzlich verändern und die Vorteile, welche sich für sie selbst durch das Wissen um die Identität des Gegenübers ergeben, höher schätzen lernen, wie die Nachteile der Preisgabe der eigenen Identität. Das bedeutet für die Nutzer nicht das Tracking des Surfverhaltens oder die Identifzierung bei dem Besuch einer jeden Seite, aber die Identifizierung bei eigenem Agieren, beim Kommunizieren, wie zum Beispiel beim Bloggen, Kommentieren in Blogs, Diskutieren in Foren, Versenden von Emails, Chatten und ähnlichem. Kommunikation ohne Identität ist meiner Meinung nach einfach nur sinnlos und endet schnell Spam oder bei der Greater Internet Fuckwad Theory, wo es sich dann zum Beispiel in Flames und Trollbeiträgen äußert.
28.02.2007, 14:25 Uhr
Wie bekannt ist, engagiert sich IBM stark im Umfeld von virtuellen Welten - momentan insbesondere bei Second Life. Und das nicht nur in Amerika, sondern in ihren Entwicklungszentren weltweit. Meine LG macht zum Beispiel zur Zeit einen Praxiseinsatz im IBM-Entwicklungszentrum Böblingen, welcher sich mit dem Auftritt des deutschen IBM Recruitment in Second Life befasst. Ich schätz mal, dass es auf dem diesjährigen CeBIT-Auftritt der IBM ebenfalls etwas zu dem Thema zu sehen geben wird.
So hat auch der Intranetseiten des Zentrums in Böblingen einen Second Life Bereich. Auf der Seite “Wie komme ich in Second Life” wird den Mitarbeitern in aller Kürze erklärt, wie sie sich registrieren, den Client herunterladen und starten. Nicht ohne Ironie ist da der erste Unterpunkt der Registrierungsanleitung:
Die Registrierung funktioniert nur außerhalb des IBM-Netzes.
Der Grund: Linden Lab nimmt momentan wegen zu vieler Anmeldungen über die öffentliche IP des IBM-Netzes von dort keine Registrierungen mehr an. Wenn man auch nur davon ausgeht, dass sich 1% der IBMer weltweit angemeldet haben, so gab es 3.000 Registrierungen von der selben IP. Ob Linden Lab da einen Bot vermutet hat?
28.02.2007, 9:06 Uhr
Zur Zeit hör ich das Hörbuch Steve Jobs und die Geschichte eines ungewöhnlichen Unternehmens von Jeffrey Young und William L. Simon. Im Original heißt die unautorisierte Biographie “iCon. Steve Jobs. The greatest Second Act in the History of Business” und ärgerte Steve Jobs dermaßen, dass er sämtliche Bücher des Verlags Wiley aus den Apple-Stores rausnam. Es ist grottig geschrieben und noch grottiger übersetzt, aber dennoch kann ich es empfehlen. Der Inhalt ist in meinen Augen so interessant, dass man die miese Schreibe und Übersetzung in Kauf nehmen kann. Eines der grausigsten Beispiele ist die Übersetzung von Silicon als Silikon.
26.02.2007, 10:03 Uhr
Verdienter Maßen hat der deutsche Film Das Leben der Anderen gestern Nacht den Oscar als bester fremdsprachiger Film verliehen bekommen. Ich bin froh, dass dieser Film, der dem immer stärkeren Vergessen des ostdeutschen Unrechtsstaates, ja der aufkeimenden romantischen Verklärung und Verherrlichung der DDR, entgegen wirkt, eine so starke Aufmerksamkeit bekommt. Das dritte Reich hat eine solch starke Präsenz in unserer Geschichte, dass manche über die spätere, letzte deutsche Diktatur einfach hinwegsehen. Das darf nicht sein. Die neuere Geschichte unseres Landes ist ebenso wichtig, wie die ältere. Ganz besonders dabei die dunklen Flecken wie zum Beispiel RAF und DDR.
14.02.2007, 13:18 Uhr
Die 10 Thesen im Manifest der Mozilla Foundation:
- The Internet is an integral part of modern life - a key component in education, communication, collaboration, business, entertainment and society as a whole.
- The Internet is a global public resource that must remain open and accessible.
- The Internet should enrich the lives of individual human beings.
- Individuals’ security on the Internet is fundamental and cannot be treated as optional.
- Individuals must have the ability to shape their own experiences on the Internet.
- The effectiveness of the Internet as a public resource depends upon interoperability (protocols, data formats, content), innovation and decentralized participation worldwide.
- Free and open source software promotes the development of the Internet as a public resource.
- Transparent community-based processes promote participation, accountability, and trust.
- Commercial involvement in the development of the Internet brings many benefits; a balance between commercial goals and public benefit is critical.
- Magnifying the public benefit aspects of the Internet is an important goal, worthy of time, attention and commitment.
Ich mach’s wieder kurz: D’accord!
12.02.2007, 18:11 Uhr
So soll es sein - um hiegl.net zu laden brauch man laut WebWait, einem Benchmarking Tool, nichteinmal eine Sekunde. Das macht mich sehr zufrieden ;-)
via Dr. Web
22.01.2007, 20:29 Uhr
So lautet der vorgegebene Titel meiner Studienarbeit. Gestern hab ich sie endgültig abgeschlossen und heute auch gleich gedruckt und binden lassen. Auch wenn es meine erste Arbeit der Art ist und ich das gar nicht leiden kann nur indirekt zu zitieren, ohne selbst was beizutragen, bin ich sehr zufrieden. Die primären Quellen waren für mich Alex Kleins Diplomarbeit, sowie die Bücher Weblogs professionell und blogging for business. Es war manchmal schwierig, alles belegt zu bekommen, da ich als Insider selbst einiges weiß und auch irgendwo mal mitgenommen hab, ohne noch sagen zu können, wo. Ich konnte es mir grad noch verkneifen, mich manchmal selbst zu zitieren. Damit ihr euch euer eigenes Bild von der Arbeit machen könnt und damit meine Empfehlung vielleicht auch das ein oder andere Unternehmen erreicht, stell ich sie hier nun zum Download zu Verfügung:
Blogs als Instrument der Unternehmenskommunikation.pdf (1,67 MB)
21.01.2007, 15:06 Uhr
Die Empfehlung am Ende meiner Studienarbeit (1 Satz!):
Unternehmen, welche sich fragen ob sie ein Corporate Blog aufbauen oder ihre Mitarbeiter zum Bloggen auffordern sollen, empfehle ich sich intensiv damit zu beschäftigen und nach Abwägung der Chancen und Risiken das neue Instrument Blog zuerst in der internen und nach Sammlung der ersten Erfahrungen in der externen Unternehmenskommunikation einzusetzen.
02.01.2007, 11:46 Uhr
Die beste Definition von Weblogs, die ich bisher gelesen habe, kommt aus dem Buch Weblogs professionell und ist von Sven Przepiorka:
“Ein Weblog ist eine häufig aktualisierte Webseite, auf der Inhalte jeglicher Art in chronologisch absteigender Form angezeigt werden. Ein Weblog kann typischerweise die Form eines Tagebuches, eines Journals, einer What’s-New-Page oder einer Linksammlung zu anderen Webseiten annehmen. Der Autor ist dabei entweder eine einzelne Person oder auch eine Gruppe. Alle Inhalte sind in der Regel durch Links mit anderen Webseiten verlinkt und können unmittelbar durch den Leser kommentiert werden.”
Quelle: Sven Przepiorka in Picot, A./Fischer, T. (Hrsg.) (2006): Weblogs professionell - Grundlagen, Konzepte und Praxis im unternehmerischen Umfeld, Heidelberg, S. 14
Ich kann das Buch für jeden Weblog-Interessierten nur empfehlen. Ich arbeite im Moment auf Grund meiner Studienarbeit damit.
30.10.2005, 11:24 Uhr
Bei Forbes.com erschien ein Artikel, welcher Blogs ziemlich übel runtermacht und natürlich ein entsprechendes Echo hervorruft. Wolfgang Sommergut schreibt von einem weiteren Artikel, welcher Blogs stark als metaphysische[n] Spuk kritisiert. Natürlich wehrt auch Wolfgang sich heftig dagegen, doch Arne Trautmann vom law-blog schreibt ganz richtig:
Einer der impliziten Glaubensgrundsätze der Blogosphäre ist nach wie vor, dass Blogger die Guten sind. Der David, der gegen den geld- und kommerzgetriebenen Goliath der Unternehmen und Medienkonglomerate mittels Guerillataktiken erfolgreich kämpft. Das Reich des Lichts, in dem Böses per definitionem gar nicht geschehen kann.
Auch ich habe dieses Gefühl vermittelt bekommen, als ich mich immer tiefer durch die deutsche Blogosphäre wühlte. Auch bei den Reaktionen auf Du bist Deutschland wurde dieser fast religiöse Grundsatz mittransportiert und verbat jede positive Überlegungen in Richtung des geld- und kommerzgetriebenen Goliath der Unternehmen und Medienkonglomerate.
Robert Basic beschreibt das Echo der Blogosphäre (in diesem Fall nur auf den Forbes-Artikel) folgendermaßen:
und es ist mE mächtig Panne, daß es anscheinend Knöpfchen gibt, auf die man nur draufdrücken muss und schon gehen die Blogger ab.
Auch dies bestätigt meiner Meinung nach Herrn Nicholas Carr, wenn er von religiösem Eifer spricht und davon, dass sie extreme Positionen eher [...] verstärken als [...] hinterfragen und lieber [...] kommentieren als [...] recherchieren (W.Sommergut).
Ich möchte den beiden Artikeln absolut nicht Recht geben und bin auch überzeugt davon, dass sie mit dem, was sie letztendlich ausdrücken wollen ziemlich daneben liegen. Aber ich möchte auch betonen, dass ein so-called Fünkchen Wahrheit, welches die Blogger zum Nachdenken anregen sollte, in beiden enthalten ist.