Abschaffung der Bundeswehr
Ich gelte bei den Menschen, welche mich kennen als eher konservativ, um so radikaler wird der Artikel hier auf diese wirken. Ich könnte mir eine Abschaffung der Bundeswehr vorstellen.
Wozu braucht Deutschland heute eine Armee? Deutschland ist in einigen Bündnissen und ist damit Verpflichtungen eingegangen. Dazu gehören zum Beispiel die NATO, die UN und die EU. Das sind aber alles keine Aufgaben, bei welchen Deutschland selbst die Bundeswehr benötigt, welche ja auch nicht einfach so in Deutschland selbst eingesetzt werden darf. Dabei argumentieren viele auch mit der Unterstützung der zivilen Kräfte bei Naturkatastrophen und der Polizei, welche häufig nicht ausreichend ausgerüstet und ausgebildet ist. Doch muss man dafür einen solch teuren Apparat unterhalten? Fast 30 Milliarden Euro sind im Haushalt 2007 für die Verteidigung geplant. Diese 30 Milliarden wären besser in Steuersenkungen und das Bildungssystem investiert. Der Trend ist klar - in Zukunft soll die Bundeswehr mit ca. 250.000 Soldaten nur noch halb so groß sein wie zu Zeiten des Kalten Krieges. Auch die derzeitige Debatte um die Wehrpflicht, welche inzwischen zur Wehrlotterie wurde, zeigt, wie sehr sich die deutsche Armee verändert hat. Ich bin überzeugt davon, dass es nächstes Jahr zur Abschaffung der Wehrpflicht in ihrer jetzigen Form kommt.
Und ich bin sogar für eine Abschaffung der gesamten Bundeswehr als solche. Um weiterhin den Verpflichtungen nachzukommen, könnte ich mir als Kompromiss eine europäische (Berufs-)Armee vorstellen, welche wesentlich kleiner, dabei günstiger und besser ausgestattet, sowie ausgebildet sein könnte, wie wenn einfach alle Armeen der EU-Länder zusammengeführt würden. Diese Armee müsste sich dann vor dem Europäischen Parlament verantworten und würde nicht mehr von den einzelnen Regierungen jeweils kontrolliert. Das wäre für mich ein wichtiger Schritt in Richtung Weltfrieden.

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1 Andreas Gmeiner
Hi Martin,
wer die Wehrpflicht abschaffen will, sollte folgendes bedenken: Eine Berufsarmee mag zwar billiger und “gerechter” sein, als die aktuelle Lösung. Aber sie wird sehr unheimlich werden. Aktuell besteht immer noch eine Beziehung zwischen Volk und Armee. Ich glaube jeder kennt jemanden, dessen Kumpel oder Bekannter in der Armee ist. Somit kennt man die Geschichten und wie es zur Zeit abläuft. Bei einer Berufsarmee besteht die Gefahr, dass nur noch spezielle Schichten oder Charaktere in die Armee eintreten. Im schlimmsten Fall bildet sich ein kleiner Staat im Staat in dem keiner weiß was abläuft. Skandälchen oder Skandale kommen wahrscheinlich seltener an die Öffentlichkeit, weil ein Soldat nach dem Plaudern vielleicht seinen Job verliert. Hat davor keiner Bedenken?
02.09.2007, 9:49 Uhr
2 Jürgen Merkle
Hallo Martin,
volle Zustimmung. Die Rüstungslobby wird das aber schon zu verhindern wissen.
@ Andreas
Deine Befürchtung trifft doch jetzt schon zu. Für Auslandseinsätze werden keine Wehrpflichtigen herangezogen, sondern nur solche, die sich für eine längere Zeit freiwillig verpflichten. Ich glaube nicht, dass die Bundeswehr da grossartig die Qual der Wahl hat.
02.09.2007, 10:26 Uhr
3 Martin Hiegl
Andreas, warum sollte nach der Wehrpflicht nicht mehr jeder jemanden kennen, der etwas mit der Bundeswehr zu tun hat? Die 9 Monate sind nicht wirklich ausschlaggebend für die “Nähe” der Armee zur zivilen Bevölkerung. Die Skandale kommen übrigends am wenigsten wegen den Wehrpflichtigen in die Öffentlichkeit. Die Berufssoldaten sind es vor allem, die wissen, was ihre Rechte sind.
Deine Befürchtungen trafen in den USA die ersten Jahre nach Abschaffung der Wehrpflicht tatsächlich ein - anschließend normalisierte sich die Lage allerdings.
Die deutschen Soldaten sind übrigends nicht wegen der Wehrpflicht “Bürger in Uniform”, sondern wegen ihren besonderen Rechten, welche sie von Soldaten anderer Länder unterscheidet.
Im Artikel geht es mir aber nicht nur um die Abschaffung der Wehpflicht, sondern der gesamten Bundeswehr.
02.09.2007, 15:22 Uhr
4 Martin Reinhardt
Hi Martin, ich bin da voll bei dir auch wenn ich dabei Job bzw. Kunden verlieren würde ;-)
Aber das wird langfristif kommen, denke ich.
Aber jetzt muss erstmal die IT der Bundeswehr aufgeräumt werden :-D
06.09.2007, 7:56 Uhr
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