Kesseljagd und Blutschuld in Eberdingen
Zwischen Eberdingen und Nussdorf soll ein Sprengstofflager gebaut werden. Das sorgt in der Gemeinde Eberdingen für Aufregung. Der Bürgermeister reagiert äußerst seltsam, indem er das Angebot einer Informationsveranstaltung durch die beteiligten Firmen rigoros ablehnt und bei einigen Bürgern scheint der Verstand vollständig abzuschalten. So wird die ganze Familie des Gemeinderatmitglieds, welcher sein Land dafür verkaufen möchte, auf das Übelste gemobbt. Manche Bürger tragen die Schlacht auch weiter in die Leserbriefe der Vaihinger Kreiszeitung. Rolf Burger, Gegner des Lagers, schreibt dort:
Ein Rat an die Familie des Grundstückeigentümers: Der Druck ist sofort weg, wenn Sie die Zusage zur Veräußerung Ihres Grundstücks zurückziehen.
Nicht nur, dass man nicht akzeptieren kann, dass andere anderer Meinung sind und ihr Recht wahrnehmen, sondern auch mit welchen grausamen Mitteln versucht wird, die eigene Meinung aufzuzwingen, lässt mich erschauern. Und dann soll der Gemobbte, hier schön mit “Druck” euphemisiert, auch noch selber schuld daran sein, dass er und vor allem seine Familie gemobbt werden. Wenn er das macht, was die anderen wollen, hört es schließlich auf. So werden aus Opfern Täter gemacht. Da hört es bei mir auf. Das erinnert mich an eine Zeit in Deutschland, etwas über 60 Jahre her, als Menschen, die nicht mit der Mehrheit den Arm hoben, ähnlich behandelt wurden - die ganze Familie mit.
Update
Der Mann hat inzwischen nachgegeben und wird das Land nicht verkaufen. Der Bürgermeister begrüßte den Schritt und meinte noch in etwa, dass die beteiligten Firmen viel Leid von dem Mann und seiner Familie hätte nehmen können, wenn sie sich davor schon gegen den Standort entschieden hätten. Wo leben wir? Die Firmen sollen Schuld sein am Mobbing der Mitbürger?