| Subcribe via RSS

Blogismus, oder die Religion des Blogs

October 30th, 2005 at 11:24 by Martin Hiegl

Bei Forbes.com erschien ein Artikel, welcher Blogs ziemlich übel runtermacht und natürlich ein entsprechendes Echo hervorruft. Wolfgang Sommergut schreibt von einem weiteren Artikel, welcher Blogs stark als metaphysische[n] Spuk kritisiert. Natürlich wehrt auch Wolfgang sich heftig dagegen, doch Arne Trautmann vom law-blog schreibt ganz richtig:

Einer der impliziten Glaubensgrundsätze der Blogosphäre ist nach wie vor, dass Blogger die Guten sind. Der David, der gegen den geld- und kommerzgetriebenen Goliath der Unternehmen und Medienkonglomerate mittels Guerillataktiken erfolgreich kämpft. Das Reich des Lichts, in dem Böses per definitionem gar nicht geschehen kann.

Auch ich habe dieses Gefühl vermittelt bekommen, als ich mich immer tiefer durch die deutsche Blogosphäre wühlte. Auch bei den Reaktionen auf Du bist Deutschland wurde dieser fast religiöse Grundsatz mittransportiert und verbat jede positive Überlegungen in Richtung des geld- und kommerzgetriebenen Goliath der Unternehmen und Medienkonglomerate.
Robert Basic beschreibt das Echo der Blogosphäre (in diesem Fall nur auf den Forbes-Artikel) folgendermaßen:

und es ist mE mächtig Panne, daß es anscheinend Knöpfchen gibt, auf die man nur draufdrücken muss und schon gehen die Blogger ab.

Auch dies bestätigt meiner Meinung nach Herrn Nicholas Carr, wenn er von religiösem Eifer spricht und davon, dass sie extreme Positionen eher [...] verstärken als [...] hinterfragen und lieber [...] kommentieren als [...] recherchieren (W.Sommergut).
Ich möchte den beiden Artikeln absolut nicht Recht geben und bin auch überzeugt davon, dass sie mit dem, was sie letztendlich ausdrücken wollen ziemlich daneben liegen. Aber ich möchte auch betonen, dass ein so-called Fünkchen Wahrheit, welches die Blogger zum Nachdenken anregen sollte, in beiden enthalten ist.

Leave a Reply

Kommentare ohne vollen Namen werden gelöscht!