Kindeswohl vs Status bei der Bildung
Der aktuelle Artikel auf sueddeutsche.de zum G8 und der Reakion der “nervösen Mittelschicht” ist eine Offenbahrung. Ich bin mir nicht sicher ob die Autorin bewusst subtil eine Gesellschaftskritik untergebracht hat oder ich das nur so herauslese. Es wird von einer Mutter erzählt, welche “beruflich auf eigenen Beinen” steht (Doppelname, Ärztin, stark engagiert (Grüne, Bürgerstiftung, Gesamtelternbeiratsvorsitz Landshut, Bayrischer Elternverband, Kunstverein, Elternschule)) und deren drei Töchter bereits das Gymnasium besuchen, während ihr Sohn noch in der zweiten Klasse ist. Den Anspruch, dass er später auch auf’s Gymnasium soll, klingt als selbstverständlich und wie im letzten Abschnitt zu lesen ist, will die Mutter selbst dafür sorgen, dass seine noch bestehenden Schreibschwierigkeiten dafür bis dahin “ausgebügelt” sind. Gesellschaftlicher Absturz bedeutet laut Artikel für die deutsche Mittelschicht, dass die Kinder keine Hochschulreife bekommen, keine Akademiker werden. Welche Mittelschicht ist das? Die der Frau Doktorin? Das ist doch lächerlich, daraus spricht doch die reine Arroganz gegenüber Nicht-Abiturienten. Nicht auszudenken, wenn eines der vier Kinder das Abitur nicht machen würde - ein Skandal …
Dieses Jahr werden wohl über 40% der Viertklässler in BW auf’s Gymnasium wechseln und dann wundern sich manche Eltern, dass ihre Kinder mit dem Gymnasium überfordert sind? Das ist doch absurd. Wir haben kein Einheitsbildungssystem und es sind auch nicht alle Kinder gleich (begabt). Es soll nicht jeder Abitur machen können, denn das würde nicht eine Verbesserung der allgemeinen Bildung, sondern eine Verschlechterung bedeuten, da das allgemeine Niveau sinken müsste (was es auch schon ist) um immer mehr zur Hochschulreife zu peitschen.
Es geht nur noch um Status, denn mit dem Wohl des Kindes (aktuell und in der Zukunft) hat das nichts zu tun. Auch mit einer mittleren Reife kann man eine Karriere machen und hat eine Bildungsbasis auf die man aufbauen kann. Liebe Eltern, denkt mal weniger an euch und euer Statusbewusstsein, sondern mehr an das, was für eure Kinder wirklich richtig und gut ist.

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1 Peter Hiegl
Nach Bachelor und Master wäre es doch nur straight auch das Schulniveau zu senken :-)
12.04.2008, 1:10 Uhr
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