Türken mögen mehrheitlich Deutschland nicht
In einer anscheinend repräsentativen Umfrage in 34 Ländern über die Sicht des Einflusses in der Welt von 23 Ländern des BBC machte Deutschland den ersten Platz, als Land dessen Einfluss am positivsten gesehen wird. Die Umfrage gibt es schon seit mehreren Jahren, aber Deutschland wurde zum ersten Mal in die Liste einbezogen (Briten …). In zwei Ländern bewerten mehr Bürger den Einfluss Deutschlands negativ als positiv. Das ist zum einen in Ägypten (warum das bitte?) und noch stärker in der Türkei so. Wird die Türkei zum neuen Antipol zu Deutschland, nachdem wir mit Frankreich nun so enge sind? ;-)

11 Kommentare - Kommentieren
1 Besim
Wer das glaubt, glaubt auch, dass alle Türken Höcker auf der Nase haben. So long.
02.04.2008, 23:35 Uhr
2 Martin Hiegl
Besim, ich habe doch korrekterweise “mehrheitlich” in die Überschrift und “mehr … als” im Artikel geschrieben. Deshalb unterstell mir bitte keine Verallgemeinerung.
Auf Seite 11 des Dokumentes (pdf) zur Studie findest du die Details:
03.04.2008, 9:09 Uhr
3 Besim
Von “Verallgemeinerung” bin ich weit entfernt, ich halte jedoch die Umfrage für schlicht wenig aussagekräftig, weil aus mehreren Gründen zu ungenau. Zum einen will ich nicht wissen, wie funktional Telefoninterviews sind. Nur Festnetzanschlüsse? Oder auch Mobiltelefonanschlüsse? Wer spricht am Telefon?
Zum anderen, und das ist sehr deutlich zu sehen, ist die Quote der Nichtentschlossenen außerordentlich hoch. Im Falle der Türkei sehen 47% Deutschland angeblich negativ, 37% positiv - und demnach haben 16% keine Meinung darüber. Das schreiben sie nicht. Im Falle von Ägypten ist diese Quote sogar bei 21%. Ziemlich deutliches Zeichen dafür, dass die Systematik der Umfrage nicht wirklich sinnvoll ist.
Und wenn man schon nur diese beiden Zusammenhänge betrachtet und dann deine Überschrift und Kurzanalyse liest, darf man für einen Kommentar meines Erachtens nach auch die Art der Verallgemeinerung wählen, wie du sie in deinem Artikel verwendet hast. Habe ich mir aber gespart, denn meine Aussage in meinem Kommentar ist tatsächlich einer der üblichen Vorurteile, die genügend Menschen glauben.
03.04.2008, 12:00 Uhr
4 Martin Hiegl
16% ohne Meinung ist jetzt nicht so hoch für eine gut/schlecht-Frage. Wenn man Indonesien betrachtet, so haben dort 70% oder so keine Meinung zu dem Einfluss von Deutschland - kann ich gut verstehen, ich würde zu Indonesiens Einfluss auch nichts sagen können.
Mit dem Zweifel an der Funktionalität der Methode und an der Sinnhaftigkeit der Systematik, lassen sich theoretisch alle Umfragen abbügeln. Aber wir müssen ja auch nicht die exakten Zahlen heranziehen - der Trend, der sich hier abzeichnet und der die Türkei (und Ägypten) von allen anderen Ländern unterscheidet der bleibt bestehen, da in den anderen Ländern zu gleichen Bedingungen gefragt wurde.
03.04.2008, 12:52 Uhr
5 Besim
Dennoch bleibt die gestellte Frage in unmittelbarer Nähe von klassischen Suggestivfragen, die eher niedere Instinkte bedienen sollen, weil sie keine Differenzierung ermöglichen und einen sehr hohen Verwässerungsgrad haben. Solche Umfragen kann man bei jedem Umfrageinstitut in Auftrag geben und allein schon dadurch signifikant verfälschen, in dem aus Kostengründen beispielsweise keine Mobilfunkanschlüsse angerufen werden.
Die empirische Aussagekraft ist daher sehr zweifelhaft, freilich jedoch schön plakativ, weil so einfach zu verstehen. Gerade bei solchen sehr kontroversen Fragen ist es jedoch wichtig, die Methodik sehr präzise zu erläutern und das ist in dieser Umfrage überhaupt nicht vorhanden.
Das ZDF z.B. wirbt noch heute auf seiner Jobseite damit, dass für junge Menschen das ZDF zu den besten Arbeitgebern gehören würde. Dabei war die Umfrage derartig, dass das ZDF als einziges Unternehmen aus der Medienbranche angegeben war und die Kandidaten deshalb automatisch das ZDF auswählten, wenn Sie einen Beruf in der Medienbranche für wünschenswert hielten. Und wenn das ZDF es lange genug auf ihrer Website so belässt, glauben den kleinen Schwindel am Ende auch noch genügend Leute.
Jeder dreht sich die Welt so hin, wie sie ihm gefällt. Deshalb sind so Dinger wie nationale Sym- und Antipathien sehr mit Vorsicht zu genießen.
03.04.2008, 17:26 Uhr
6 Martin Hiegl
Besim, im oben verlinkten PDF gibt es eine Methodology-Sektion, in welcher die BBC den Hintergrund transparent macht.
Letzeres bedeutet:
Auch die Fragestellung wird beschrieben:
Dabei konnten die Befragten dann Auswählen zwischen
Wobei die letzteren drei nicht “gezählt” wurden und die Differenz ausmachen (diese 16% bei der Türkei).
Ich weiß nicht, wo du da das Problem siehst.
03.04.2008, 17:53 Uhr
7 Peter Hiegl
Also, wenn ich das richtig von Martin sehe (war zu faul mir das selber durchzulesen) sieht das eigentlich nach ner sinnvollen und auch empirisch korrekten Umfrage aus.
Das einzige, was mir fehlt, ist die Auswahl, also wer wurde gefragt (Straßenauswahl, Telefon,…)
Das andere ist, das deine Überschrift eine Bildzeitungsüberschrift ist. Die Studie sagt nichts über die Beliebtheit aus, sondern nach der Fragestellung nur, ob der Einfluss auf die Welt positiv oder negativ ist. Man kann jemanden sehr wohl mögen und trotzdem denken, dass dessen Einfluss negativ ist!
04.04.2008, 0:49 Uhr
8 Martin Hiegl
Peter, dann bring das mal in einem Wort oder zwei unter …
04.04.2008, 8:33 Uhr
9 Peter Hiegl
Deutschland glänzt
Deutscher Einfluss
Mutter Deutschland (wegen der Theresa)
Deutsche Kuschelpolitik
…
Und zu jeder dieser Überschrifte, kannst du nen Einleitungssatz bringen und stellst nicht so ne haltlose Behauptung auf. :-)
Andererseits, vielleicht willst du einfach nur die GoogleTreffer zu dir locken…
04.04.2008, 9:55 Uhr
10 Martin Hiegl
Aber der Inhalt wird dabei ja nicht zusammengefasst/beschrieben - bei mir schon …
04.04.2008, 10:24 Uhr
11 Peter Hiegl
bei dir falsch, bei mir ein Teilaspekt
04.04.2008, 10:35 Uhr
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