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Martin Hiegl en Blog

Du sollst nicht begehren deines Chefs Gehalt!

Zu 95% handelt es sich bei der aktuellen Debatte um die Managergehälter um reinen Populismus und dem schüren niederer Triebe wie Neid. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle das 10. Gebot erinnern. Bei den restlichen 5% geht es um die Abfindungen, durch welche erfolglose Topmanager ihren Abschied in Deutschland versüßt wird.
Zuerst nochmal zu dem Populismus: wenn Firmen im Wettbewerb um die besten Topmanager stehen, so müssen sie bereit sein, entsprechende Gehälter zu zahlen. Das lässt sich sehr simpel mit der Fußballerwirtschaft vergleichen, bei welcher die Topkicker mit hohen Ablösesummen aus ihren Verträgen gekauft und mit ebenfalls hohen Gehältern zu Clubs wie Barca, Madrid oder Manu gelockt werden. Dort hält sich die Aufregung darüber in Grenzen, weil dem Betrachter gleich klar ist, warum so viel gezahlt wird. Natürlich gibt es Gehälter, die unanständig wirken. Ich plädiere dementsprechend dafür, dass Unternehmen von vornherein die Managergehälter erfolgsabhängig gestalten. Wenn man so erfolgreich ist wie Wendelin Wiedeking kommen am Ende natürlich auch wieder sehr hohe Summen zu Stande. Auf jeden Fall ist es nichts, wo die Politik eingreifen sollte oder könnte, sondern eine Entscheidung der Unternehmen.
Bei den hier in Deutschland - ich betone das extra - üblichen Abfindungen sieht die Sache wieder gänzlich anders aus. Wenn ein Manager versagt und das Unternehmen schlecht dasteht, gibt es keinen Grund ihm hohe Abfindungen zu zahlen, welche dann auch noch steuerlich abgesetzt und somit zu einem Teil auf alle Deutschen abgewälzt werden. Bei letzterem kann die Politik eingreifen und das Steuerrecht entsprechend anpassen. Die Abfindungen selber werden häufig von vornherein im Vertrag mit den Managern festgelegt und sind somit eigentlich ein Teil der Mittel, mit welchen man die Person locken will. Dass dies nicht besonders sinnvoll ist, sollten die Unternehmen inzwischen begriffen haben, aber solange man hier vermeintliche Topmanager haben will, wird es wohl weiterhin notwendig sein, so etwas anzubieten.
Das hat IMHO damit zu tun, dass in Deutschland eine starke Versorgungskultur herrscht, welche eben nicht nur die unteren 10% betrifft, sondern auch die oberen. Während es in den USA allgemein verwurzelt ist, dass man das bekommt, was man sich erarbeitet hat, wird in Deutschland erwartet, dass man immer Geld bekommt. Vielen dieser oberen 10% ist das wohl gar nicht bewusst, dass sie genau das selbe Verhalten an den Tag legen, wie die unteren, welchen sie es vorwerfen.
Die 10% sind symbolisch gemeint und auch die Verallgemeinerungen treffen natürlich nicht zu. Ich denke es war damit aber verständlicher auf was ich hinaus wollte.

2 Kommentare - Kommentieren

  1. Ich finde das gemein. Wenn Managergehälter erfolgsabhängig gezahlt werden, dann müssen die meisten Managerfamilien verhungern. Das geht doch nicht.

    Nein Managergehälter und Abfindungen dürfen nicht an Erfolge geknüpft werden. Sonst macht es doch gar keinem Spaß mehr Manager zu sein.

  2. *lach* Zum Glück stimmt das nicht ganz und es gibt auch genügend Managergehälter, welche tatsächlich erfolgsabhängig sind und einen ganzen Batzen variabel haben.

Reply to “Du sollst nicht begehren deines Chefs Gehalt!”

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