USA’11 – Tag 9 – Mt St Helens und Mt Rainier

05.08.2011

Also weiter im Nissan gehn Norden. Durch den niedrigeren Schwerpunkt fährt er sich tatsächlich etwas angenehmer als der Jeep zuvor. Heute sollte er uns zu zwei der bemerkenswertesten Vulkane der Cascades bringen: zuerst zu dem mit dem jüngsten Ausbruch und anschließend zum gletscherbedeckten Größten.
Mt St Helens war mal auch nicht ganz so klein, aber anno 1980 brachte ein Erdbeben im Kern des Berges bzw. Vulkans die Spitze zum Einsturz. Es war der größte Erdrutsch der Moderne der im Prinzip die ganze Gegend neu geformt hat. Davor gab es zum Glück Warnzeichen wie sich schnell vergrößernde Beulen im Berg und durch die darauffolgende Sperrung waren relativ wenig Tote zu beklagen. Zurück blieb auf jeden Fall der gigantische Krater (oder ist das jetzt auch eine Kaldera???) der das aktuelle Bild des Mt St Helen prägt. Zusammem mit dem unwirtlichen Flussbett, dass sich nach Osten zieht und jede Menge des Gerölls verteilt hat ergibt sich ein grandioses Panorama. Btw. Die ganzen Vulkane hier sind noch aktiv … sie schlummern nur mehr oder weniger tief mit etwas Blubbern und Rauch. Auch wenn in den nächsten hundert Jahren oder so kein wirklicher Ausbruch erwartet wird, so wird aus geologischer Zeitbetrachtung bald wieder einen geben.
Vom Mt St Helen aus konnten wir aber auch schon die Spitze des nächsten Ziels sehen: Mt Rainier, von dessen Kumpel benannt nach einem englischen Admiral (rundlich und weiß), der selbst aber nie da war. Mt Rainier ist wieder sehr gut als Nationalpark erschlossen, womit ich nicht nur die Straßen etc. meine, sondern auch, dass die Natur gut erhalten und geschützt ist. Direkt neben der Straße fängt unberührter, _alter_ Wald an. Tiefes, dichtes, undurchdringbares Grün mit dicken moosigen Bäumen voller Flechten und Pilze. So stelle ich mir Fangorn vor. Und dann, bei einer durch hydrothermische Quellen geschaffene Lichtung, präsentiert sich der mächtige Berg. Wow.
Auf dem Weg zum Paradise Inn, dem Hotel im Parkzentrum, das im Winter immer vollständig mit Schnee bedeckt ist, haben wir dann immer wieder für kurze Trails, Wasserfälle, Flüße und natürlich Viewing Points halt gemacht. Mit dem Fernglas oder auch dem Tele zeigen sich die Gletscher in unglaublicher Lebendigkeit. Ich bin immernoch ganz weg.
Diese Aussichten (Gewaltige Vulkane, mächtige Gletscher, riesige Weiten und gigantische Berge) helfen doch immer wieder die Perspektive auf das eigene normale Leben und was wichtig ist zu ajustieren.

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