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Heute lese ich den ersten Artikel über die Tanklaster-Bebombung in Afghanistan, welcher auch die Soldaten vor Ort zu Wort kommen lässt und nicht allein auf Stimmen hört, die nur entfernt etwas damit zu tun haben und wer weiß was für eine Agenda mit ihren Kommentaren verfolgen. Dabei werden wichtige Punkte nochmals erwähnt, die viel zu häufig viel zu leise in den letzten Tagen kommuniziert wurden. Ich versuche hier die Fakten mal aufzudröseln:
1. Es wurden zwei Tanklaster von Taliban entführt. Diese stellten als rollende Bomben eine große Gefahr für die deutschen Soldaten dar.
2. Der deutsche Oberst befahl nachts um ca 2:30 die Bombardierung der beiden Laster.
3. Es kamen viele Menschen um, die sich bei den Tanklastern befanden.
Nun wird a) über die Anzahl der Toten diskutiert und b) ob zivile Opfer dabei waren. Um das zu beurteilen weitere Fakten:
1. Es war nachts 2:30 Uhr in einem Kriegsgebiet.
2. Das nächste Dorf mit Zivilisten liegt einige Kilometer vom Ort des Geschehens entfernt.
3. Es gibt Afghanen, welche eigentlich keine Taliban sind, aber für Geld selbige unterstützen. Das sind damit aber keine Zivilisten.
Mit diesem Wissen fragt mein natürlicher Menschenverstand, warum in tiefster Nacht Zivilisten kilometerweit von ihrem Bett entfernt im Kriegsgebiet sich mit taliban um Tanklaster scharen sollten – und dann auch noch dutzende. Dazu der Kommentar eines Soldaten vor Ort:
Dass die Taliban den Treibstoff aus den Tankwagen an die Bevölkerung der umliegenden Dörfer habe verschenken wollen, hält er für “Blödsinn”. “Die Taliban spielen doch nicht nachts um halb drei Robin Hood”, sagt Jörg K.
Und zuletzt noch die Reaktionen, welche er erfahren habe:
Der beste Beleg dafür, dass sein Kommandeur alles richtig gemacht hat, ist für Jörg K. der Jubel, mit dem er am Kunduz-Fluss begrüßt worden ist. Rund hundert afghanische Soldaten und Polizisten hätten stolz ihre Waffen in die Luft gestreckt, ihre Daumen gezeigt.
“Einige haben uns sogar Geldscheine zugesteckt”, sagt der Feldwebel und zieht ein fingerdickes Bündel Banknoten, Hundert-Afghani-Scheine, aus der Hosentasche. [...] Der Mullah im benachbarten Dorf habe sich zum Dank für die getöteten Taliban sogar vor ihnen verneigt und seine rechte Hand auf die Brust gelegt.
Danke SpOn für den Artikel und danke an all die Soldaten, die auch unsere Freiheit im Krieg gegen die Taliban in Afghanistan verteidigen.
Die Reaktionen aus dem Aus- und Inland, welche diesen Einsatz ohne Kenntnis aller Fakten, ohne vollständige Aufklärung, nun kritisieren, sind eine Frechheit.
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Eines ist an Deinem Artikel zumindest diskussionswürdig: War das tatsächlich Kriegsgebiet? Ich meine, wenn das Kriegsgebiet war, hieße das, wir häten Krieg. Haben wir den? Under kriegsminister behauptet ja, nein.
Also, wie denn nun. Wenn wir dort Krieg haben, dann war das Vorgehen in Ordnung. Hätte man besser machen können, aber in Ordnung. Wenn wir dort aber keinen Krieg haben, dann war das falsch. Dann ist der gesamte Einsatz, so, wie er stattfindet, falsch.
Nicht dass ich meine, dass Krieg dort (oder sonstwo) die Lösung wäre. Eher im Gegenteil. Aber einen Krieg führen und so zu tun, als führe man keinen Krieg, das ist noch schlimmer. Entweder – oder.
Ob es Kriegsgebiet (wie die Amis sagen) oder Krisengebiet (wie die deutsche Sprechweise ist) genannt wird, ist doch völlig irrelevant dafür, dass man Nachts da Zuhause bleibt.
Ich weiß gar nicht, ob sich das bei uns überhaupt als Krieg definieren ließe, da wir nicht gegen Afghanistan, sondern gegen die Taliban kämpfen.
Genau das ist das Problem: Wir kämpfen nicht gegen Afghanistan, sondern gegen Kriminelle. Also ist es eigentlich kein Krieg. Und da hat Jeder das Recht, wann immer wo immer zu sein.
Nur, wenn wir dort keinen Krieg haben, was macht dann das Militär dort? Das Militär ist doch für Polizeiaufgaben gar nicht ausgebildet. Der Einsatz des Militärs sowie der Einsatz schwerer Waffen wie Raketen auf beiden Seiten deutet ja nun eigentlich eher auf Krieg hin. Wenn wir da nun aber Krieg haben, stellt sich die Frage, warum haben wir dort Krieg. Deutschland hatte ja nie vor, Afghanistan zu erobern. Der Einsatz dort war als im Wesentlichen Aufbauhilfe gedacht. Wieso ist das zu einem Krieg geworden? Da hat doch irgend Jemand fürchterlich gepfuscht.
Und diese Pfuscher sind sicher nicht bei den Soldaten zu suchen. Die machen das, was sie gelernt haben. Gut, hier und da gibt es Idioten, die Negativschlagzeilen machen (posieren mit afghanischen Totenschädeln). Aber Idioten gibt es überall. Im Großen und Ganzen machen die Soldaten dort einen guten Job. Die Pfuscher sind eher woanders zu suchen. Man hat Anfangs den Wiederaufbau viel zu schleppend angehen gelassen. Man hat den Taliban dadurch Zeit gegeben. Zu viel Zeit. Jetzt ist die Karre im Dreck festgefahren, jetzt haben wir dort Krieg. Einen Krieg, der weder irgendwelche Probleme löst noch gewinnbar ist. Und ein Rückzug ist auch Scheisse. Da verspricht man der zivilen Bevölkerung Schutz, und wenn’s dann brenzlig wird, überlässt man sie sich selber. Der Karren steckt wirklich sehr tief im Dreck. Und ich habe keine Ahnung, wie wir da auch nur halbwegs anständig wieder raus kommen sollen.
Naja, ich erinnere mal an Straßenschlachten in LA – wer da nachts raus ist und sich zwischen die Gangs und die Polizei stellte, hat sich auch sozusagen selbst aus dem Genpool entfernt. Es gilt also nicht, wenn Krieg ist bleibt man Zuhause, ansonsten kann man rumlaufen wann und wo man will. Ggf gibt es ja sogar eine Sperrstunde in Afghanistan – das wäre auch noch eine interessante Information.
Militär ist nicht nur dazu da im Krieg eingesetzt zu werden und dass es sich um einen Kampfeinsatz handelt, wurde inzwischen trotzdem auch vielfach betont. Der Einsatz war eben nicht (nur) als Aufbauhilfe gedacht, sondern ganz konkret um unsere Freiheit zu verteidigen. Fakt ist, dass der internationale Terrorismus signifikant aus Afghanistan genährt wird. Und den islamistischen Terroristen ist es scheißegal ob Deutschland sich beteiligt oder nicht oder Tanklaster bombt oder nicht. Wir sprechen hier von Ideologie – da spielt dieses Klein-Klein keine Rolle. Wer jetzt behauptet, wir würden das ja provozieren macht Opfer zu Tätern und sollte sich z.B. einmal mehr Falcos Jeanny anhören.
Versteh mich nicht falsch – ich finde es auch nicht gut, dass hier nicht konkret von Krieg gesprochen wird. Krieg definiert sich aus meiner Sicht tatsächlich durch kriegerische Auseinandersetzungen und nicht mit Land vs Land. Der zweite Weltkrieg war in gewisser Weise auch nicht Land gegen Land, sondern Ideologie gegen Ideologie/Menschengruppen/…. Ich vermute nur, dass als Argumentation für diese alberne Begriffsdreherei herangezogen wird, dass nicht gegen ein Land gekämpft wird.
Naja, sieh es mal so: Wenn ganz am Anfang dieser “Krise” Jemand gesagt hätte: “Auf, wir haben Krieg in Afghanistan, und wir müssen da mit machen”, dann häte man denjenigen in die Klapse gesteckt. Stattdessen wurde von Aufbauhilfe geschwafelt, und davon, dass das Militär diese Aufbauhilfe schützen soll. Militär ist gar nicht dafür da, solch einen Aufbau zu schützen. Aber sei’s drum. Jedenfalls war das damals die “Ausrede”, warum deutsches Militär dort hin ist. Und heute? Heute ist kaum Etwas aufgebaut,, aber dafür haben wir Krieg. Das gesamte Engagement dort ist vollkomen in die Hose gegangen. Wenn überhaupt Etwas erreicht wurde, dann das Gegenteil von dem, was erreicht werden sollte.
Von Anfang an wurde bemängelt, dass es bei diesem Einsatz an Konzept mangelt. Und trotzdem hat man sich blauäugig in dieses unkalkulierbare Abenteuer reingestürzt. Und nun wundern sich Manche, dass da Zivilisten umkommen. Das Jammern darüber ist einfach nur scheinheilig. Diese Toten gehen weniger auf das Konto des deutschen Militärs als auf unsere jeweiligen Regierungen und jeweiligen Verteidigungsminister. Jung ist da ja nicht der Einzige. Und wir machen uns mal besser mit dem Gedanken vertraut, dass es in Zukunft noch viel mehr zivile Opfer geben wird. Und wir sollten uns darauf einstellen, dass wir uns eines Tages dort zurückziehen müssen und einen regelrechten Saustall hinterlassen müssen, viel schlimmer, als wir ihn dort vorgefunden haben.
Das Wort Krieg ist kein Wort, dass die deutsche Politik benutzen kann. Warum nicht? Weil es kein juristischen Zustand gibt, der als Krieg deklariert ist. Wenn, dann spricht man von einem bewaffneten Konflikt. Das ist die derzeitige Haltung der Regierung. Ob sich das noch ändern wird, mal schaun.
- Der Einsatz war niemals als reine Aufbauhilfe geplant. Die Bundeswehr ist kein THW für das Ausland
- Wir haben nicht vor Afghanistan zu erobern, sondern dabei zu helfen, es befreit zu lassen.
- Das dabei deutsche Interessen vorhanden sind sieht man an der sog. Sauerlandgruppe. Wirtschaftliche Interessen sind (stichwort globalisierte Welt) sowieso vorhanden.
mehr später, hab grad keine Zeit mehr :-)