| Subcribe via RSS

Quantum of Solace

November 18th, 2008 at 22:01 by Martin Hiegl

Glücklicherweise bieten die Innenstadt-Kinos in Stuttgart immer häufiger die Möglichkeit Film auch im O-Ton anzuschauen. So ist es auch beim neuen Bond. Keine Ahnung, wie “He was a deadend!” ins Deutsche übersetzt wurde.

Zuerst möchte ich ein paar Dinge hervorheben, welche mir nicht gefallen haben. Dazu gehört ganz gewiss der Titelsong, den ich noch schlechter als Madonnas fand. An zweiter Stelle nervte mich die Kameraführung mit extrem vielen Close-Ups, welche einen nicht etwa tiefer ins Geschehen brachten, sondern im Gegenteil die Übersicht verlieren ließen. Die Brutalität des Filmes ist sicher Geschmackssache, ich hatte kein Problem damit. Achja, Q mit seinen Gadgets hat mir noch gefehlt. Ein komplexer Touch-Table ist zwar ganz nett, aber wir wollen in Bond ja nicht aktuelle Technologie gezeigt bekommen, sondern die Technologie von morgen.

Bondmäßig war ansonsten alles drin. Verfolgung zu Fuß, auf der Straße, auf dem Wasser und in der Luft – Weltraum wäre dieses mal nicht wirklich passend gewesen. Zwei mehr oder weniger hübsche Frauen, von denen er aber nur mit einer schläft  (yet!); ein super Bösewicht, der aber nur ein Lichtlein in einer bösen Superorganisation ist; unrealistischen aber megageilen Stunts, einen Maulwurf und Stress mit Cheffe; viele Tote und Verletzte und darunter natürlich auch Nahestehende. Alles abgehakt.

Was viele Kritiker wohl verpasst haben, ist, dass es sich um einen zweiten Teil eines Mehrteilers handelt. Kein Wunder erscheint Besim die Handlung nicht gerade signifikant. War sie das denn bei Star Wars V, Matrix II oder LotR 2? Ja, das war sie, aber nur wenn man das Gesamtwerk betrachtet und nicht nur den Teil an sich. Genau das wird hier auch der Fall sein, wenn Quantum mit einem der nächsten Bonds (ich glaub aber nicht, dass es mehr als eine Trilogie wird) aufgelöst wird. Zudem scheint die Botschaft des Bolivien-Falls etwas untergegangen zu sein (keine Ahnung ob das etwas mit der Synchronisation zu tun hat). Die Organisation versucht tatsächlich die Weltherrschaft an sich zu reißen und die Macht über Bolivien ist da nur ein Teil.

Viele vergessen auf der anderen Seite auch, dass Bondfilme nie gleich waren. Jeder Darsteller und jeder Regisseur brachten eine neue Richtung. Und so, wie sie aktuell wieder extrem viel Action drin haben und dafür Sexszenen quasi ganz rausgenommen wurden, so kann es in 10 Jahren wieder ganz anders aussehen. Das ist wie bei gutem Wein – jeder Jahrgang schmeckt anders. Nicht jeder Jahrgang schmeckt einem persönlich gut – aber das muss er auch nicht. Deswegen ist aber nicht der Wein und auch nicht der Winzer schlecht.

Seinen Geschmack für Martini wird er hoffentlich noch in einem der nächsten Filme entdecken – nicht vergessen, er ist erst seit Kurzem 00-Agent.

3 Responses to “Quantum of Solace”

  1. 1 · Viktor Kostic · 19.11.2008, 12:04

    Das erinnnert mich gleich daran, dass ich den Film noch unbedingt sehen muss.

    Was das Thema Technologie betrifft. Die Gadgets von Bond gehören definitiv dazu. Nur sollte das nicht in Batman für Arme ausarten wie in diesen Batman&Robin Serien der 60er, mit vor Bat-Anti-Gefrierbrand-Unterwäsche, Bat-Anti-Rutschpaste, Bat-Anti-Mückenspray.
    Den unsichtbaren Aston Martin habe ich Pierce Brosnan immer noch nicht verziehen ;-)

    Mir gefällt Craigs Rolle viel besser, da hier ein Bond wieder richtig hart arbeitet und inzwischen sogar blutet. Geschniegeltes Sacko und vertikal sitzende Krawatte trotz Kampfszene sind nicht mein Geschmack.

  2. 2 · Kwiat · 20.11.2008, 00:14

    Das haste echt super und trefflich auf den Punkt gebracht, meine ich.
    Stimme dir voll und ganz zu.

  3. 3 · stef · 21.11.2008, 06:02

    in vietnam is des kino immer englisch *freu*. der film hat mir gut gefallen. bitte aber wieder mehr sonderaustattung. un sehr günstig: 2,x euro =)
    gruß stef

Leave a Reply

Kommentare ohne vollen Namen werden gelöscht!