Umsatzsteuersätze
March 26th, 2008 at 21:53 by Martin Hiegl
Guido Westerwelle hat, sicherlich provozierend gemeint, eine Absenkung der Mehrwertsteuer bei Energie auf den niedrigeren Satz von 7% gefordert. Tatsächlich entspricht seine Forderung voll dem Sinn, welcher hinter dem ermäßigten Satz oft unterstellt wird: notwendiges auch für Ärmere erschwinglich zu halten. Dennoch bin ich gegen die Forderung Westerwelles und entgegne dem, dass die Ausnahmeregelungen bei der Umsatzsteuer abgeschafft werden sollen und einfach jeder Umsatz gleich besteuert werden soll. Möglicherweise ließe sich da der Satz sogar senken und der Staat würde unter’m Strich auf die gleiche Summe kommen. Damit wäre wieder ein kleiner Schritt in Richtung einfaches Steuerrecht getan.
Oder umgekehrt:
Es gab auch mal die Idee die Umsatzsteuer auf 20-25% zu wuchten und dafür *alle* anderen Steuern abzuschaffen.
Die ‘Gerechtigkeit’ (funny) wird dann u.a. dadurch hergestellt, dass die einen Luxusgüter kaufen und die anderen bei *ldi.
Die Leut werden dann ja wohl nicht nach Luxemburg fahren, zum Diamantenshoppen — oder doch ;)
Das Grundübel sind nicht die Prozentwerte einer Steuer, sondern die Ausnahmen im Kontext einer gigantischen Umverteilungsmaschinerie, die kein Mensch überblicken kann.
Das Ziel könnte sein, nach dreißig Jahren nur noch 10 Prozent Umsatzsteuer einzunehmen unter Wegfall von 95 Prozent aller steuerverwaltenden Arbeitsplätze und dem Wegfall aller anderen Steuern samt ihrer Erhebungsformen.
Um zu lernen, wie unsere Volkswirtschaft darauf reagiert, laufen Subventionen aus, wird eine Bagatellsteuer nach der anderen abgeschafft und weitere Einzelmaßnahmen auf den Weg gebracht. Fachleute dafür haben wir schließlich genug.
Es gibt keinen einzigen Grund, daß ich mir darüber auch noch Gedanken machte. Ich delegiere diese Aufgabe gerne an die Fachwelt der Finanzen. Schließlich brauche ich auch noch Zeit, mich meinem neuen Hobby zu widmen: http://w...euer.de
Hans Kolpak
Biß der Woche