RSS – Artikel für die VKZ
Für die Jugendseite PAUL (Parental Advice Uncencored Lyrics) der Vaihinger Kreiszeitung, VKZ, hab ich früher schon häufiger mal geschrieben. Nun erschien letztes Wochenende seit langem wieder ein kleiner Artikel von mir und zum Thema RSS:
RSS
Das Internet ist die Welt der Akronyme: TCP/IP, HTTP, WWW, POP, FAQ und Co surfen uns täglich über den Bildschirm. Seit einiger Zeit ist ein weiteres Kürzel voll im Trend: RSS. Vor allem auf Blogs und Nachrichtenseiten aller Art wird uns ein so genannter RSS-Feed angeboten. Feed lässt sich hier wohl am besten mit Versorgung oder Einspeisung übersetzen. In modernen Browsern, wie Firefox ab Version 1.51, Opera 92 oder dem Internet Explorer 73 (die beiden letzteren sind noch in der Testphase) macht ein auffälliges, orangenes Icon, das Feed-Icon4, auf das Angebot aufmerksam.
Aber was bedeutet eigentlich RSS und was kann man mit so einem RSS-Feed überhaupt anfangen?Mit RSS wird seit Version 2.0 mit “Really Simple Syndication” abgekürzt. In Version 1.0 stand das Akronym noch für “RDF Site Summary” und in den Versionen 0.9x kürzte es “Rich Site Summary” ab. Übersetzt kann man von “Wirklich Einfache Verteilung”, “RDF (eine Beschreibungssprache) Seiten Zusammenfassung” und “Reiche Seiten Zusammenfassung” sprechen.
Die Namen sind etwas kryptisch, deuten dennoch schon darauf hin, worum es geht: reiche Seiten, also Webseiten mit Inhalt, werden zusammengefasst und mit Hilfe einer beschreibenden Sprache sehr einfach verbreitet. Dabei wird der Inhalt der Seite strukturiert in einer maschinenlesbaren Datei zusammengefasst, eben dem Feed, welchen wir von der Webseite abonnieren können. Dazu benötigen wir einen so genannten Feedreader, der den Feed importiert und die Inhalte wieder aufbereitet darstellt. Wird nun die Webseite aktualisiert, so aktualisiert sich auch der Feed und die neuen Inhalte werden an uns geliefert, ohne dass wir die Seite erneut besuchen müssen.
Das war jetzt ziemlich viel Technikgebrabbel auf einmal, deshalb versuche ich es mal mit den uns bereits bekannten Internettechnologien zu verbildlichen:
Wir können uns RSS als Mix zwischen Email und dem normalen Besuchen von Webseiten vorstellen. Zuerst suchen wir uns selbst aktiv die Feeds aus, welche wir abonnieren wollen. Das entspricht dem gezielten Besuchen von Webseiten. Wir entscheiden uns selbst, was wir haben/sehen wollen. Anschließend bekommen wir über den gewählten Feed immer die neuesten Inhalte der Webseite, welche den Feed zu Verfügung stellt, in den Feedreader geliefert. Das entspricht in gewisser Weise der Email. Wie auch bei einem Newsletter bekommen wir ohne eigenes Zutun die Inhalte in das entsprechende Programm geliefert.Das mag ja alles schön und gut sein, aber was bringt uns das?
Nun, der größte Vorteil ist wohl, dass man nicht mehr andauernd auf der Webseite vorbeisurfen muss um zu checken, ob etwas Neues erschienen ist, wenn man mehrere Blogs oder andere Seiten, welche regelmäßig mit neuen Inhalten gefüttert werden im Auge behalten will. Das mag bei 10 Seiten noch kein Problem sein, wenn es sich aber wie bei mir um 100 Webseiten handelt, so sparen die abonnierten Feeds ordentlich Zeit und Aufwand und man bleibt dennoch immer up-to-date. Und da der Feed meistens sofort aktualisiert wird, muss man auch nicht, wie bei Newslettern, warten, um dann alle Aktualisierungen auf einmal in die Emailinbox geworfen zu bekommen.
Diese ist inzwischen häufig so überladen, dass man unter dem vielen Spam, den ganzen Newslettern und Kettenbriefen (ok, das fällt auch unter Spam) kaum noch die wirklich wichtigen Mails findet. Diese Angst muss man bei Feedreadern nicht haben, da, dank der persönlichen Selektion der Feeds im Vorfeld, Spam draußen bleibt.
Feedreader gibt es wie Sand am Meer und für jedes Betriebssystem, auch die oben genannten Browser haben alle einen integriert. Weiter kann man inzwischen sogar online seine Feeds im Auge behalten, zum Beispiel mit dem Google Reader5 oder Bloglines6, welchen ich verwende.
Noch ist diese Technologie nicht als so selbstverständlich bei den Internetnutzern angekommen, wie zum Beispiel das WorldWideWeb oder Email, doch dass sie das Potential dazu hat ist die feste Überzeugung von Martin W. Hiegl.Links zum Artikel
1 http://www.mozilla.com/firefox/ – Firefox
2 http://www.opera.com/ – Opera
3 http://www.microsoft.com/germany/windows/ie/ie7/ – Internet Explorer 7
4 http://www.feedicons.com/ – Webseite zum Feed-Icon
5 http://www.google.com/reader/ – Online-Feedreader von google
6 http://bloglines.com/ – Online-Feedreader