Wie wird mein Windows schneller?
Seit es Windows gibt halten sich zahlreiche Computerzeitschriften über Wasser, indem sie anscheinend immer wieder Tipps und Tricks bringen, wie man sein Windows tunen kann. Vor allem in Hinsicht auf Geschwindigkeit wird das von der Säuberung der Registry, überflüssige Dateien löschen und allem möglichen sonstigen Gedöns erzählt. Wie die c’t (auch eine der Computerzeitschriften) in Ausgabe 17/2005 untersuchte ist das meiste Bullshit und bringt keine messbaren Veränderungen. Leider gibt es immernoch genug Menschen, die an den Mumpitz glauben und als IT-ler kommt irgendwann die Resignaton und man antwortet auf aufgeregte Berichte von Meldungen aus der neuesten Ausgabe der Computer-SCHRIFT nur noch mit einem entnervten “Ja.”.
Heute erzählte mir ein Kollege, dass er letztens gelesen habe, dass die doofe Windows-Defragmentierung den Master Boot Record ganz vergesse. Durch händisches Defragmentieren desselbigen im Terminal ließe sich der Bootvorgang, wenn er nach einiger Zeit langsamer geworden wäre, wieder beschleunigen. Ich sagte: “Ja.”
Zur Aufklärung: Der MBR ist gerade mal ein Sektor, oder anders gesagt ein Fragment, groß und befindet sich gaaanz am Anfang der Festplatte. Das sind fast immer 512 Byte, also die ersten 512 Byte. Fragmentierung bedeutet, dass Daten, welche zusammengehören, also zum Beispiel eine Datei oder ein Programm über mehrere Sektoren, welche nicht zusammenhängend sind verteilt ist und somit in Fragmente zerlegt ist. Das kann durch Pseudoparallelität, Änderungen an den Daten etc.pp. passieren. Auf deutsch: der Master Boot Record kann nicht fragmentieren und muss nicht defragmentiert werden.
Was wirklich etwas bringt: Für die normale OS-geschwindigkeit sollte man generell nur die Programme geöffnet haben, die man auch braucht. Wenn man schneller abeitsfähig sein will, so sollte man die Autostarts aufräumen und sauber halten – z.B. mit Autoruns.