Auch heute blieben wir zu einem großen Teil in den Schwarzhügeln. In der Mitte und im Süden befinden sich zwei Parks: der Custer State Park und der Wind Cave National Park.
Eigentlich führt von Custer aus ein Highway ziemlich direkt in den SP, um jedoch den Needles Scenic Byway voll mitzunehmen, sind wir wieder einen kleinen Umweg gefahren. Die Needles sind die Felsformationen, für welche die Black Hills vor allem bekannt sind. Das sind viele phallische oder auch nadelförmige Felsen, die dicht aneinander in den Himmel ragen – sehr beeindruckend. Anschließend kann man direkt mit dem Wildlife Loop weitermachen, dessen Namen zuerst mehr versprach, als gehalten wurde. Bis auf Antilopen und Eseln sahen wir da nichts.
Als wir dann im Süden den Park verlassen wollten, überraschte uns hinter einem Hügel allerdings eine riesige Bisonherde auf Wanderung. Deutlich über hundert Tiere mit vielen Kälbern zogen nicht nur vor uns vorbei, sondern wir hatten das Glück/Pech mitten drin zu landen. Wenn dann so ein riesiger Bulle direkt nebem Auto steht, da wird einem schon etwas mulmig und man macht das Fenster lieber zu. Eine Kuh fand es toll einige Minuten an unserem Kühlergrill zu lecken, während sich von hinten ein Jungbulle am Auto rieb. zum Glück haben seine Hörner keinen Spuren hinterlassen. Es hat bestimmt eine halbe Stunde gedauert, bis wir durch waren bzw. weiter konnten.
Der Wind Cave NP bezieht sich wie der Name schon sagt auf eine zentrale Attraktion – die Wind Cave. Der Name kommt vom natürlichen Eingang, einem kleinen Loch, bei welchem schon den Indianern auffiel, dass der Wind durchpeift. Darunter verbirgt sich eines der größten und komplexesten Höhlensystemen der Welt, welches weltweit auch die meisten “Boxwork”-Erscheinungen bietet. Dafür gibt es quasi keine Stalakniten oder -titen. Diese Boxwork-Dinger sind nur aus einem dutzend anderer Höhlen bekannt und ist durch härtere Stein-/Mineralstrukturen in den normalen Steinzwischenräumen enstanden, welche durch die relativ schwachen Säuren nicht aufgelöst wurden im Gegensatz zu den normalen Steinen außenrum. Oder so.
Die anderthalb Stunden Führung waren außerordentlich interessant und ich hoff von meinen available-light Bildern ist das ein oder andere etwas geworden. Beim Verlassen des Parks trafen wir auf eine weitere große Bisonherde auf Wanderung. Dieses Mal zum Glück vor uns und die meisten hatten die Straße auch schon überquert. Vermutlich werden das die letzten Bisons auf unserer Reise gewesen sein, abgesehen von Hackform auf einem Weckle mit Käse, Tomate, Zwiebel und Pickle natürlich.
Eigentlich ist unsere Tour nördlich von Denver damit abgeschlossen. Da wir noch eine Woche haben, hatte Jule aber einen Wurmfortsatz des Roadtrip im Süden geplant. Unser nächstes Ziel liegt also knapp 1.000 Kilometerim Süden, was etwas über 9 Stunden Fahrt bedeutet. Wir hatten uns nicht festgelegt, ob wir nach den zwei Parks in Hot Springs bleiben oder weiterfahren, entschieden uns ab für letzteres. So haben wir heute noch knapp 400 Kilometer nach Cheyenne, der Hauptstadt von Wyoming, zurückgelegt. Das Super8 wollte hier über 180 Dollar für die Nacht. Da hab ich abgewunken und beim Luxury Inn um die Ecke zahlen wir jetzt nur die Hälfte – leider ohne Internet.